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Botanischer Garten München-Nymphenburg

Allgemeine Freilandführung

Sonntag, 14. Dezember 2008, 10.00 Uhr

Eine Freilandführung im Winter - da wird es nicht viel zu sehen geben, wird sich so mancher denken.

Solche Zweifler sollten unbedingt zur Führung von Herrn Müller, dem technischen Leiter des Botanischen Gartens, kommen. Sie werden dabei auf unterhaltsame Art und Weise eines Besseren belehrt. Denn es geht in einem Botanischen Garten schließlich nicht nur um die Blütenpracht, sondern in ganz besonderem Maße auch um die Vielfalt der Pflanzenarten. Und diese Vielfalt kann man bei den Gehölzen ganz hervorragend auch im Winter zeigen.

Bei den Laubbäumen beispielsweise schärft sich bei fehlendem Laub der Blick für Rinde und für die Wuchsform, und an manchen Sträuchern entdeckt man noch zierende Früchte. Das Kommen lohnt sich auch - oder sogar erst recht - bei abscheulichem Wetter, denn dann wird Sie Herr Müller zu den Kalthauspflanzen führen. Dort gibt es so manchen Pflanzenschatz zu entdecken.

 

Hagebutten von Rosa x alba 'Carnea' 1

Hagebutten von Rosa x alba 'Carnea' 2

Hagebutten von Rosa x alba 'Carnea' 3

Hagebutten von Rosa x alba 'Carnea'

Bis spät in den Winter hinein kann man an den Rosensträuchern noch Früchte entdecken. Diese, die so genannten Hagebutten, bestehen aus dem becherförmigen, vertieften Blütenboden, der von den Kelchblättern gekrönt wird. Im Inneren befinden sich kleine behaarte Nüsschenfrüchte. Der rote fleischige Blütenboden ist reich an Vitamin C. Er kann, nach Entfernen der Nüsschen, roh genossen werden oder dient zur Herstellung von Marmelade und Hagebuttenwein. Ganze getrocknete Früchte verwendet man zur Teezubereitung. In der Natur werden die Hagebutten von Vögeln, Nagetieren, Rehen und - in Notzeiten - auch von Marder, Dachs und Fuchs gefressen.

Aus der Kinderzeit weiß man, dass das Innere der Hagebutte wie Juckpulver wirkt.

Die Haare der Nüsschen sind nämlich mit feinen Widerhaken besetzt und rufen dadurch bei intensiverem Kontakt auf der Haut einen Juckreiz hervor.

 

Blick zum Himmel durch das Kuppeldach der Pergola

Blick zum Himmel durch das Kuppeldach der Pergola

Nur im Winter kann man die Struktur der Pergolakuppeln so gut erkennen. Sie erinnert an ein grobfädiges Spinnnetz.

 

Pergolakuppel im Winter mit Efeu und Waldrebe

Pergolakuppel im Winter mit Efeu und Waldrebe

Zwei heimische Kletterpflanzen teilen sich die Kuppel der Pergola. Rechts im Bild der immergrüne Gemeine Efeu, Hedera helix, links die im Winter kahle Gemeine Waldrebe, Clematis vitalba. Gut zu sehen sind die dicht behaarten grausilbrigen Griffel, die sich bei der Fruchtreife verlängern.

 

 

Fotos: Franz Höck, Botanischer Garten München-Nymphenburg

Text: Ehrentraud Bayer

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