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Botanischer Garten München-Nymphenburg

Basteln und Botanik

Aktion für Familien mit Kindern ab 5 Jahren zum Thema Erntedank - Wildobst

Sonntag, 28. September 2008, 11.00 bis 13.00 Uhr

Die von Diplombiologin Gertraud Beck geleitete Kinderaktion beginnt mit einer Führung durch den Botanischen Garten. Dabei lernen die Kinder bei uns vorkommende essbare, ungenießbare und giftige Früchte kennen und unterscheiden. Anschließend wird mit Hölzchen und unterwegs gesammelten Trockenfrüchten, wie Hagebutten, Bucheckern oder Eicheln, ein herbstliches Klangspiel gebastelt.

 

Prunus spinosa 1

Schlehe, Schwarzdorn, Prunus spinosa, Familie: Rosaceae (Rosengewächse)

Ein schon in der Steinzeit verwendetes Wildobst unserer Heimat sind die Schlehenfrüchte. Die reifen, blauschwarzen Früchte sehen sehr verführerisch aus. Aber da sie neben reichlich Vitamin C und Fruchtzucker auch viele Gerbstoffe und Fruchtsäuren enthalten, schmecken sie in frischem Zustand sehr sauer und ziehen Gaumen und Zahnfleisch zusammen. Daher nützt man sie auch zur Bekämpfung von Zahnfleischentzündungen. Getrocknete Schlehenfrüchte werden in der Volksheilkunde auch gegen Magenschwäche, zur Beruhigung des nervösen Magens und bei Blasenleiden eingesetzt.

Für die Weiterverarbeitung erntet man die Schlehenfrüchte bekanntermaßen erst nach dem ersten Frost. Man verarbeitet sie dann zu Kompott, Saft, Gelee, Likör oder Wein.

 

Prunus spinosa 2

Schlehe, Schwarzdorn, Prunus spinosa, Familie: Rosaceae (Rosengewächse)

Wenn die Schlehen viele Früchte tragen, heißt es, kommt ein harter Winter.

 

Cornus mas

Kornelkirsche, Cornus mas, Familie Cornaceae (Hartriegelgewächse)

In Geschäften oder auf Märkten wird man die leuchtend roten Früchte der Kornelkirsche vergeblich suchen. Dafür sind dort, wo diese Sträucher oder kleinen Bäume wachsen, die Wege oft rot gepflastert von abgefallenen Früchten. Sie sind essbar und schmecken säuerlich. Man kann sie roh verzehren oder Marmelade, Saft und Gelee daraus herstellen. Sie enthalten reichlich Vitamin C sowie Frucht- und Traubenzucker.

Die Früchte waren bereits im Altertum bekannt. Unter anderem erwähnt sie der römische Dichter Ovid (43 v. Chr. bis etwa 17 n. Chr.). In seinen Schilderungen des idealen "Goldenen Zeitalters" ernährt sich die sorglos und in Frieden lebende Menschheit außer von Erdbeeren und Brombeeren auch von Kornelkirschen.

Bei uns wurde in den Klostergärten der Benediktiner die Kornelkirsche schon seit dem frühen Mittelalter gepflanzt. Hildegard von Bingen war sie unter dem Namen Herlitze als Medizinalpflanze bekannt. Die Früchte, auch Kornellen genannt, wurden früher volkstümlich bei chronischem Darmkatarrh und gegen Fieber angewendet.

 

 

Fotos: Rieke Jakumeit, Botanischer Garten München-Nymphenburg

Bildunterschriften: Ehrentraud Bayer

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