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Botanischer Garten München-Nymphenburg

Renaissance der Volksmedizin? Alte Heilpflanzen und ihre Anwendung - neu entdeckt

Viel vom früheren Kräuterwissen ist verloren gegangen, und lange Zeit war das Interesse an Heilpflanzen gering. Das hat sich inzwischen wieder deutlich gewandelt. Heute ist man dabei, die alten, längst vergessen geglaubten Heilkräuter und ihre Verwendung wiederzuentdecken.

 

Tanacetum vulgare 1

Tanacetum vulgare (syn. Chrysanthemum vulgare), Rainfarn

Eine früher gebräuchliche Heilpflanze ist der Rainfarn. Seinen Namen verdankt er den doppelt gefiederten Blättern, die an einen Farnwedel erinnern, und der Tatsache, dass er gern an Weg- und Feldrainen wächst. Die ganze Pflanze riecht stark aromatisch, was man besonders beim Zerreiben der Blätter wahrnimmt.

In früherer Zeit galt der Rainfarn in der Volksmedizin als probates Mittel gegen Nervenleiden und Rheumatismus. Der innerliche Gebrauch muss jedoch mit höchster Vorsicht geschehen, weil der Rainfarn - in zu hohen Dosen genossen - giftig ist, da er den Giftstoff Thujon enthält. Die Konzentration des Giftstoffes in der Pflanze kann dabei je nach Wachstumsbedingungen, Jahreszeit und Rasse schwanken. Die Vergiftungserscheinungen umfassen Leibschmerzen, Krämpfe, Erbrechen, starke Gesichtsrötung, Pupillenstarre, Bewußtlosigkeit, Nieren-und Leberschädigung.

Der Rainfarn ist in ganz Europa und in Nordasien verbreitet; in den Alpen fehlt er. Er zählt zu den Compositae (syn. Asteraceae), der Familie der Korbblütler.

 

Tanacetum vulgare 2

Tanacetum vulgare (syn. Chrysanthemum vulgare), Rainfarn

Die Blütenköpfchen des Rainfarns, die nur aus Röhrenblüten bestehen und keine Zungenblüten tragen, wurden früher gesammelt, getrocknet, zu Pulver zerrieben und in der Tierheilkunde als Mittel gegen Wurmbefall und Krämpfe verwendet. Auch beim Menschen wurde Rainfarn als Wurmmittel eingesetzt. "Darumb das es die würm im bauch tödtet", heißt es 1543 im Kräuterbuch von Leonhart Fuchs, wird der Rainfarn auch "wurmkraut geheyssen".

In der Homöopathie findet der Rainfarn heute Verwendung bei nervöser Erschöpfung und Muskelkrämpfen.

 

 

Fotos: Franz Höck, Botanischer Garten München-Nymphenburg

Text: Ehrentraud Bayer

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