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Botanischer Garten München-Nymphenburg

Gewürz- und Kulturpflanzen der Römer

22. Juni 2008, 10.00 Uhr

Pasta mit Tomatensauce gab es im antiken Rom noch nicht. Was wir heute für typisch italienisch halten, entstand erst sehr viel später, nämlich nach der Entdeckung Amerikas. Denn von dort kommt die Tomate.

Dennoch trugen auch schon die alten Römer ihre Speisekultur nach ganz Europa. Ihre Einflüsse sind bis in die Gegenwart spürbar. Vieles, was uns heute an Gewürzen, Gemüse oder Obst geläufig und ganz selbstverständlich ist, haben wir den Römern zu verdanken. Dazu zählen etwa der Fenchel, der Koriander, Rosmarin, Rucola und die Gurke.

Auf einem Rundgang durch den Botanischen Garten zeigt Frau Dr. Kathrin Kurbasik am Sonntag, dem 22. Juni 2008, um 10 Uhr, welche Nutzpflanzen und Lebensmittel zur damaligen Zeit schon bekannt waren und heute aus unserem Leben und von unserem Speisezettel nicht mehr wegzudenken sind.

Text: Kathrin Kurbasik / Ehrentraud Bayer

 

Eruca sativa

Eruca sativa, Rauke, Senf-Rauke

Die Blüte dieser Pflanze ist den meisten unbekannt, denn man verwendet bei uns lediglich die Blätter. Diese haben einen etwas scharfen, nussartigen Geschmack. Sie dienen als Salat oder Gewürz. Der deutsche Name dieser Pflanze ist Rauke oder Senf-Rauke, im Handel wird sie bei uns jedoch meist unter ihrem italienischen Namen Rucola angepriesen. Rucola wurde bei den alten Römern zum Würzen von Gemüse, Fleisch, Fisch und Eierspeisen verwendet. Neben anderen Küchenkräutern wie Dill, Koriander, Fenchel, Bohnenkraut, Sellerie, Thymian, Liebstöckl und Minze war Rucola auch Bestandteil des liquamen, einer Fischsauce. In Asien werden die Samen dieser Pflanze heute auch zur Ölgewinnung genutzt.

Eruca sativa zählt zu den Brassicaceae (synonym Cruciferae), der Familie der Kreuzblütler.

 

Foenciulum vulgare

Foenciulum vulgare, Garten-Fenchel

Der von Südeuropa bis Westasien heimische Fenchel ist in mehreren Varietäten bekannt. Für Gewürzzwecke wird var. dulce verwendet, als Heilpflanze die bitter schmeckende Sippe var. vulgare und als Gemüse var. azoricum, der Knollenfenchel. Das aus den Früchten gewonnene Fenchelöl wirkt beruhigend und schleimlösend und wird als Hustenmedizin und gegen Magen-und Darmverstimmungen genutzt. In der Küche des alten Roms wurden geschnittene Fenchelknollen oder Fenchelblätter frisch oder getrocknet als Gewürz genutzt und z.B. neben Weinraute, Koriander und Minze einer Rotweinessig-Marinade zum Einlegen von Oliven beigefügt.

Foeniculum vulgare zählt zu den Apiaceae (synonym Umbelliferae), der Familie der Doldenblütler.

 

 

Fotos: Anja Holbaum, Botanischer Garten München-Nymphenburg

Text: Ehrentraud Bayer

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