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Botanischer Garten München-Nymphenburg

Bonsai-Ausstellung

Bonsai gab es bereits vor 100 Jahren in Deutschland. Anlässlich der III. Internationalen Gartenbauausstellung 1907 in Dresden fand auch eine Zwergbaum-Ausstellung statt, vermutlich die erste in Deutschland. Damals waren die kleinen asiatischen Bäumchen eine exotische Sensation und galten eher als Spielerei. Später wurden immer wieder Bonsai importiert, die jedoch aus Mangel an Fachkenntnis regelmäßig zum Tode verurteilt waren. Erst ab etwa 1975 wurden Bonsai in größeren Mengen in Deutschland eingeführt und erfolgreich gehalten.

In den 80er Jahren bildete sich das, was heute Bonsai-Szene heißt. Es gab mehr und mehr Menschen, die nicht bloß die Bäume am Leben und in Form erhalten konnten, sondern sie auch selber gestalteten. Anfangs wurden ausschließlich die traditionellen asiatischen Arten verwendet. Dann, etwa Mitte der 80er Jahre, gab es immer mehr Bonsai aus einheimischen europäischen Baumarten, die entweder aus Baumschulen stammten oder sogar in der Natur gesammelt wurden. Zuerst war die Qualität der Gestaltungen nicht besonders hochwertig. Das hat sich jedoch in den folgenden zwanzig Jahren entscheidend verändert. Inzwischen werden in Deutschland sehr viele Bonsai auf internationalem Qualitätsniveau nicht bloß gehalten, sondern auch gestaltet.

Im Botanischen Garten München-Nymphenburg werden vom 6. bis 15. Juni 2008 etwa 60 der allerbesten Bonsai in Deutschland ausgestellt. Darunter sind viele Bäume, die aus Asien importiert wurden und auch im klassischen Bonsai-Stil gehalten werden. Daneben gibt es eine Reihe von Exemplaren, die tatsächliche deutsche Gestaltungen aus einheimischen Bäumen darstellen.

Oft wird die Bonsai-Kunst eher belächelt, weil man die Bäume meint, die es inzwischen massenhaft in Baumärkten zu kaufen gibt. Im Botanischen Garten werden jedoch Bonsai-Kunstwerke gezeigt, die höchsten internationalen Qualitätsansprüchen genügen. Einige kann man durchaus "Weltklasse" nennen.

Der Star der Ausstellung wird wohl ein Rocky-Mountain-Wacholder sein, der um die 1000 Jahre alt ist. Der Baum wurde in Wyoming, USA, gesammelt und kam 1997 nach Deutschland, wo er als Bonsai gestaltet wurde. Danach hat dieser Baum ganz große internationale Erfolge erzielt. Er hat u.a. den europaweiten Crespi Award gewonnen und wurde beim Gingko Award Dritter. Das sind "Oscars" für Bonsai. Im letzten Jahr wurde er beim größten internationalen Foto-Wettbewerb als bester Baum Europas und Amerikas ausgezeichnet. Es war wirklich außergewöhnlich, dass ein aus Amerika importierter, in Deutschland gestalteter Bonsai alle amerikanischen Bäume schlagen konnte. Der Wacholder hat wegen der ausdrucksstarken kraftvollen Windung des toten Holzes den Namen "Muräne".

 

 

Bonsai 1

Fächerahorn, ca. 50-jährig
Herkunft: Garten Ogasawara, Japan
Schale aus der Stadt Tokoname, Japan, über 60 Jahre in Gebrauch
Foto: Harald Lehner, E-Mail: bonsaigarten@t-online.de

 

Bonsai 2

Fächerahorn Doppelstamm, ca. 45-jährig
Herkunft: Garten Iichi, Japan
Schale aus der Stadt Tokoname, Japan, über 60 Jahre in Gebrauch
Foto: Harald Lehner, E-Mail: bonsaigarten@t-online.de

 

Bonsai 3

Fächerahorn benichidori, ca. 40-jährig
Herkunft: Garten Iichi, Japan
Schale aus der Stadt Tokoname, Japan
Foto: Harald Lehner, E-Mail: bonsaigarten@t-online.de

 

Bonsai 4

Chinesischer Wacholder, Juniperus chinensis
75 cm hoch, 80 Jahre alt
Foto: Walter Pall, E-Mail: bonsai@walter.pall.de

 

 

Text: Neues Fenster Walter Pall

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