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Botanischer Garten München-Nymphenburg

Sumpfzypressen und Zypressen

Wer sich für Bäume, Gehölze und Holz interessiert, kann sein Wissen bei der Sonntagsführung am 24. Februar 2008 um 10.00 Uhr im Botanischen Garten München-Nymphenburg erweitern. Der Holzkünstler und Baumkenner Volkmar Zimmer schöpft aus seinem überaus reichen Wissensvorrat und berichtet dem Publikum über die Besonderheiten der Zypressen- und Sumpfzypressengewächse.

Zu diesen beiden Nadelbaumfamilien zählen, neben vielen anderen Arten, so interessante Gehölze wie der kalifornische Riesenmammutbaum und der Immergrüne Mammutbaum sowie die im Mittelmeergebiet verbreitete Zypresse und die als Gartenhecke allgegenwärtige nordamerikanische Thuja (Lebensbaum).

Ein allgemein bekannter Vertreter aus der heimischen Flora ist der Wacholder, Juniperus communis. Er zählt zu den Cupressaceae, den Zypressengewächsen. Wer ihn nicht als buschigen, spitznadeligen, immergrünen kleinen Baum kennt, der hat zumindest schon einmal Wacholderbeeren genossen. Das sind seine beerenartigen Zapfen, die im reifen Zustand blauschwarz gefärbt sind. Sie enthalten ätherische Öle, Gerbstoffe und etwas Zucker. Die frischen oder getrockneten Beerenzapfen werden daher als Gewürz für Wild- und Geflügelbraten verwendet, in Marinaden verarbeitet oder dem Sauerkraut zugegeben. Auf Grund ihres Zuckergehalts können die Wacholderbeeren auch zu Alkohol vergoren und anschließend zu Schnaps destilliert werden. Das ätherische Wacholderöl wird außerdem zur Aromatisierung von Likören und Schnäpsen eingesetzt. Ein bekanntes Produkt aus dieser Reihe ist der Gin.

Im Bayerischen und Österreichischen heißt der Wacholder Kranawitt oder Kronabethstaude. Im Volksglauben wusste man früher, dass dieser Pflanze große Kraft gegen jedwede Zauberei innewohnt. Beeren und Holz wurden deshalb gern bei Räucherungen gegen ansteckende Krankheiten und Verhexungen verwendet. Ein Spruch besagt: "Eichenlaub und Kranewitt, dös mag der Teufel nit".

Und wer beim Wandern Müdigkeit und Wundlaufen verhindern will, steckt sich einen frischen Wacholder-Zweig an den Hut. Diese Eigenschaft spiegelt sich auch im Namen wider. Wacholder leitet sich nämlich von althochdeutsch wechalter ab, wech bedeutet wach oder frisch, die Silbe ter bezieht sich auf das Wort tar, damit ist ein frisches, immergrünes Gehölz gemeint.

Wacholder ist auch als Heilpflanze bekannt. Eine Teezubereitung aus Wacholderbeeren soll bei Magen- und Darmerkrankungen wirksam sein; bei Bronchitis soll das Einatmen der keimtötenden Wacholderöldämpfe gut helfen. Generell regen Wacholderprodukte die Nierentätigkeit an.

Das Holz des Wacholders ist gelblich bis rötlich braun gefärbt und wird von Drechslern und Schreinern geschätzt.

Welche weiteren Eigenschaften das Holz des Wacholders hat und welche Besonderheiten die Hölzer der Zypressen- und Sumpfzypressengewächse aufweisen, das erfahren Sie ausführlich bei der Führung mit Herrn Volkmar Zimmer im Botanischen Garten. Der versierte Holzkünstler beantwortet Ihnen auch gern Fragen zu den Gehölzen.

Wir wünschen viel Spaß bei dieser interessanten Führung im Freiland des Botanischen Gartens.

 

Juniperus communis 1

Gemeiner Wacholder, Wacholder
Juniperus communis
Familie: Cupressaceae (Zypressengewächse)

Eine weite Verbreitung weist der Gemeine Wacholder auf. Er kommt von Europa bis ins westliche Himalajagebiet und bis Nordostasien vor, außerdem in Nordafrika und Nordamerika. Bei uns steht der Wacholder unter Naturschutz.

Die Abbildung zeigt neben dem rötlich berindeten Stamm die charakteristischen, spitz zulaufenden Nadelblätter und die in unreifem Zustand grünen Beerenzapfen.

 

Juniperus communis 2

Gemeiner Wacholder, Wacholder
Juniperus communis
Familie: Cupressaceae (Zypressengewächse)

Bei der Reife färben sich die Beerenzapfen blauschwarz. Sie werden gemeinhin Wacholderbeeren genannt. Sie sind ein bekanntes Gewürz. Ihr Geschmack ist aromatisch, süß und bitter zugleich.

 

 

Fotos: Anja Holbaum, Botanischer Garten München-Nymphenburg

Text: Ehrentraud Bayer, Botanischer Garten München-Nymphenburg

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