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Botanischer Garten München-Nymphenburg

Aloaceen

Gelb, orange und rot sind die Lieblingsfarben der Aloen. Damit die röhrenförmigen bis glockigen Blüten noch besser zur Geltung kommen, stehen sie zu mehreren in traubigen Blütenständen. Wenn diese leuchtenden Blütenkerzen dann noch auf langen Stielen meterhoch emporgehoben werden, ist die Wirkung besonders eindrucksvoll. Es gibt jedoch auch sehr zierliche Aloen mit Blütenständen, die kaum 20 cm hoch sind.

Überhaupt ist die Vielfalt der Gattung Aloe beeindruckend. Das bezieht sich nicht nur auf die Blüten, sondern viel mehr noch auf die Wuchsform. Es gibt kriechende, strauchige, baumförmige oder stammlose Aloen, die meisten haben fleischige, spitz zulaufende Blätter, bei manchen sind sie grasartig. Der Blattrand kann glatt, gezähnt oder oben stumpf sein. Die Blattoberfläche kann grün, bräunlich oder rötlich überlaufen sein oder ist durch hellere Flecken attraktiv gesprenkelt.

Über einen zu geringen Bekanntheitsgrad kann sich die Gattung Aloe wirklich nicht beklagen, seitdem in neuerer Zeit ihre heilenden und kosmetischen Vorzüge vielfach und nachdrücklich angepriesen werden. In Vergessenheit gerät jedoch dabei, dass Aloen eine weitere angenehme Eigenschaft aufweisen: Sie blühen genau dann, wenn bei uns draußen kaltes, oft graues Wetter herrscht.

Insgesamt gibt es 325 verschiedene Aloe-Arten. Ihre Heimat liegt in Südafrika, im tropischen Afrika und auf Madagaskar; einige Arten stammen auch aus Arabien. Der Botanische Garten München-Nymphenburg hat eine bemerkenswerte Sammlung von etwa 200 verschiedenen Arten.

Wer sich unter kundiger Leitung zu den Aloen Südafrikas und Madagaskars führen lassen will, der komme am besten zur Führung am Sonntag, dem 9. Dezember 2007, um 10.00 Uhr. Dann wird die zuständige Reviergärtnerin Franziska Berger "ihre" Aloen vorstellen und Interessierten Pflegetipps und Kulturhinweise geben.

Was die medizinische und kosmetische Nutzung der Aloen angeht, so sind es vorwiegend zwei Arten, die die entsprechenden Inhaltsstoffe aufweisen und daher genutzt werden. Einmal die bekannte Aloe vera (oder Aloe barbadensis), zum anderen Aloe ferox. Genutzt werden der bittere gelbe Saft, der unmittelbar unter der Blattoberfläche gewonnen wird und der innere fleischige Teil des Blattes. Durch bestimmte Trocknungsmethoden gewinnt man aus dem gelben Saft ein dunkelbraunes, harziges Produkt, das von altersher als Abführmittel im Handel ist. Aus dem Blattinneren wird ein gelartiger Stoff gewonnen, der in der Kosmetik für Haar- und Hautpflegemittel eingesetzt wird. Diesem Gel sagt man auch wundheilende Eigenschaften nach; in der Volksheilkunde werden deshalb durchschnittene Blattstücke von Aloen direkt auf die entsprechenden Stellen der Haut gelegt.

Kommen Sie und sehen Sie sich unsere Aloen und vieles mehr in unseren Gewächshäusern an. Ein Besuch lohnt sich immer!

 

Aloen 1

Aloen

 

Aloen 2

Aloen

 

Aloen 3

Aloen

 

Aloe marlothii

Aloe marlothii

 

Aloe wickensii

Aloe wickensii

 

Aloe saponaria

Aloe saponaria

 

 

Fotos: Anja Holbaum und Rieke Jakumeit, Botanischer Garten München-Nymphenburg

Text: Ehrentraud Bayer

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