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Botanischer Garten München-Nymphenburg

Schnuppern und Staunen

Pflanzen, wie andere Lebewesen auch, verändern sich im Laufe der Zeit. Bei den einen geht es schneller, bei den anderen langsamer. Tatsache ist jedenfalls, dass man im Botanischen Garten jeden Tag wieder etwas Neues an und bei den Pflanzen entdecken kann: Knospen blühen auf, anderes verwelkt; Früchte werden reif, Blätter verfärben sich oder sind abgefallen.

Je öfter man durch den Garten streift, desto mehr fallen einem Veränderungen ins Auge. Zum Beispiel wie groß und drüsig die Blätter und wie hübsch die Blüten des Echten Tabaks sind. Wie sie wohl riechen mögen? Oder man stellt fest, wie sich aus der wunderschön orangeroten Blüte des Zwerg-Granatapfels ein kleiner Granatapfel entwickelt.

Großen Spaß macht es auch, zwischen und auf den Pflanzen Tiere zu beobachten. Mit etwas Glück kann man beispielsweise eine Wespenspinne und ihr Netz mit dem charakteristischen weißen Zickzackband beobachten oder am Teich Libellen und Frösche sehen.

Was es alles im Garten an Wohltaten und Überraschungen für Auge und Nase gibt, das verrät am Sonntag, dem 16. September um 14.00 Uhr, Frau Sabine Kapsecker bei ihrer beliebten Führung "Schnuppern und Staunen im Botanischen Garten". Viel Spaß!

 

 

Nicotiana tabacum 1

Echter Tabak, Nicotiana tabacum

Die Heimat der Tabakpflanze ist Mittelamerika. Folglich war der Tabak den Europäern bis zur Entdeckung Amerikas gänzlich unbekannt. Die spanischen Eroberer schauten sich den Gebrauch des Tabaks von den Indianern ab. Diese nutzten ihn sowohl als Heilmittel, z.B. bei Tierbissen, als auch als Droge, indem sie die angewelkten Blätter rauchten.

Erst um 1560 kamen Samen der Tabakpflanze nach Europa. Ende des 16. Jahrhunderts begann man nach indianischem Vorbild damit, die Blätter zu rauchen. Bald fand diese (Un-)Sitte weltweite Verbreitung.

Nicotiana tabacum, der Echte oder Virginische Tabak, hat große, stark drüsige Blätter. Die ansehnlichen Blüten haben eine rötliche Farbe und erscheinen zwischen Juni und September.

Die Tabakpflanze enthält eines der stärksten Gifte im Pflanzenreich, das Alkaloid Nikotin. Die tödliche Dosis für einen Erwachsenen liegt bei 40 bis 60 mg dieser Substanz. Bereits in kleinsten Mengen wirkt Nikotin erregend auf das Nervensystem. Die nachteiligen gesundheitlichen Folgen des Rauchens sind allgemein bekannt.

Tabak zählt zur Familie der Nachtschattengewächse, der Solanaceae. Der wissenschaftliche Gattungsname Nicotiana, der von Carl von Linné geprägt wurde, bezieht sich auf Jean Nicot. Dieser war zur Zeit der Einführung des Tabaks nach Europa französischer Gesandter in Lissabon und half mit, die Pflanze zu verbreiten.

Nicotiana tabacum 2

 

 

Punica granatum 1

Zwerg-Granatapfelbaum, Blüte und Frucht
Punica granatum 'Nana'
Eine Miniaturausgabe des Granatapfelbaums ist der derzeit am Eingang des Gartens und in Halle A zu beobachtende Zwerg-Granatapfelbaum. Seine roten Blüten leuchten schon von weitem. Aus ihnen entwickeln sich erstaunlicherweise wohlgeformte Granatäpfelchen, die ihren großen Verwandten an Formvollendung in nichts nachstehen. Lediglich der Geschmack lässt zu wünschen übrig, zum Verzehr sind diese Früchte ungeeignet. Die Rinde des Granatapfelbaums wird in Abkochungen als Mittel gegen Bandwürmer und als zusammenziehendes (adstringierendes) Gurgelmittel eingesetzt. Punica granatum zählt zur Familie der Punicaceae, der Grantäpfelgewächse.

Punica granatum 2

Punica granatum 3

 

 

Wespenspinne

Wespenspinne

Die attraktive Wespenspinne (Argiope bruennichi) ist eine Spinne aus der Familie der Echten Radnetzspinnen. Als Vertreter dieser Familie spinnt sie zum Beutefang ein radförmiges Netz, das unterhalb der Mitte einen charakteristischen weißen Zickzackstreifen aufweist.

Die wärmeliebende Wespenspinne war bis vor etwa 50 Jahren in Mitteleuropa sehr selten; ihr Vorkommen war auf wenige warme Gebiete in der Oberrheinischen Tiefebene, im Rhein-Main-Gebiet und in der Umgebung von Berlin beschränkt. Heute hat sich das Verbreitungsareal stark vergrößert und nach Norden ausgedehnt. In Deutschland liegt die nördliche Verbreitungsgrenze jetzt im Bereich der unteren Elbe.

Ab Mai kann man junge Spinnen, von Juli bis August die erwachsenen Tiere beobachten; die Weibchen sind sogar noch bis in den Oktober hinein anzutreffen.

Die Wespenspinne wurde 2001 zur Spinne des Jahres gewählt.

 

 

Fotos: Anja Holbaum, Botanischer Garten München-Nymphenburg

Text: Ehrentraud Bayer

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