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Botanischer Garten München-Nymphenburg

Basteln & Botanik:
Ohne Indianer keine Pommes mit Ketchup

Viele Nahrungspflanzen, die wir heute in Europa nutzen und anbauen, stammen aus der Kultur der Indianer Süd- und Mittelamerikas. Kartoffeln, Mais, Paprika und Chili sowie Tomaten zählen ebenso dazu wie Bohnen und Kürbisse.

Kürbisse gehören zu den ältesten Nahrungspflanzen Amerikas. Schon vor Tausenden von Jahren nutzte die indianische Bevölkerung Wildkürbisse wegen ihrer öl- und eiweißreichen Samen. Das Fruchtfleisch dieser kleinfrüchtigen Wildarten war von bitterem Geschmack und ungenießbar. Gelegentlich fanden sich weniger bitter schmeckende Früchte darunter, die von den Indianern im Laufe zahlloser Generationen bevorzugt vermehrt wurden. Diese Auslese führte zur Entstehung der heutigen Speisekürbisse, die deutlich größere Früchte und ein mild schmeckendes Fruchtfleisch aufweisen.

Zur Zeit der Entdeckung Amerikas zählten Kürbisse zu den wichtigsten Feldfrüchten der Indianer. Üblicherweise wurden sie zusammen mit Mais und Bohnen angebaut. Von den Indianern gelangten die Kürbisse und Kürbissamen an die spanischen Eroberer, die sie im 16. Jahrhundert nach Europa brachten. Heute ist es für uns ganz selbstverständlich, dass wir Speisekürbisse in großer Vielfalt zur Verfügung haben, sie auf unseren Feldern oder in Gärten anbauen oder einfach im Laden kaufen können - oder das wohlschmeckende Kürbiskernöl genießen und Kürbiskerne knabbern können. Und was wäre Halloween ohne Kürbisschnitzen und gruselige oder lustige Kürbisfratzen?

Ebenso wie der Kürbis stammen auch die Gartenbohne (Phaseolus vulgaris) und die Feuerbohne (Phaseolus coccineus) aus Amerika, wo sie von der indianischen Bevölkerung als wichtige Ackerpflanzen seit Jahrtausenden genutzt wurden. Bei den Inkas galten Gartenbohnen als traditionelle Nahrung der unteren Schichten.

Wer mehr darüber erfahren will, was wir den Indianern alles an Nahrungspflanzen verdanken, der sei herzlich eingeladen zur Kinderaktion im Botanischen Garten am 4. September von 10.00 bis 12.00 Uhr für Kinder ab 5 Jahren oder am 5. September von 14.00 bis 16.00 Uhr für Kinder ab 8 Jahren. Durchgeführt wird die beliebte Kinderaktion wieder von Frau Diplombiologin Gertraud Beck. Treffpunkt ist vor dem Gewächshauseingang.

 

Cucurbita maxima 1

Noch nicht ganz erntereif ist dieser Turbankürbis. Er zählt zur Art Cucurbita maxima, Riesenkürbis. Kennzeichnend für die Gruppe der Turbankürbisse ist die rote oder orangerote Grundfarbe, die glatte (nicht warzige) Oberfläche und die halbkugelige Form mit dem hervortretende, oft anders gefärbten Mittelteil. Die Gruppe der Turbankürbisse wird verschiedentlich auch als Cucurbita maxima convar. turbaniformis bezeichnet.

 

Cucurbita maxima 2

Turbankürbis
Botanisch gesehen ist der Kürbis eine Beerenfrucht. Sie wird der harten Schale wegen als Panzerbeere bezeichnet. Die Gattung Cucurbita, Kürbis, zählt zur Familie der Cucurbitaceae, der Kürbisgewächse.

 

Kürbisblüten

Schön anzusehen sind die großen, gelben, breit trichterförmigen Kürbisblüten
Kürbisse haben getrenntgeschlechtige Blüten. Nur aus den weiblichen Blüten entstehen Früchte. Abgebildet ist eine männliche Blüte, die keinen Fruchtknoten, dafür aber blütenstaubreiche Staubblätter trägt.

 

Phaseolus vulgaris var. nanus

Die Gartenbohne, auch Grüne Bohne genannt, existiert in zahlreichen Sorten. Kletternde Formen werden als Stangenbohnen bezeichnet, die nicht kletternden, niedrigwüchsigen Formen als Buschbohnen, Phaseolus vulgaris var. nanus. Innerhalb dieser Gruppe existieren wiederum zahlreiche Sorten, die sich in Form, Größe und Farbe der Hülsen und Samen unterscheiden. Abgebildet ist eine violettblütige Form der Buschbohne. Zu sehen sind auch die jungen Bohnenfrüchte, die botanisch korrekt als Hülsen bezeichnet werden.

 

Prunk-Bohne

Feuer-, Blumen- oder Prunk-Bohne wird diese leuchtend rot, seltener weiß blühende, kletternde Bohnen-Art genannt.

 

Feuer-Bohne

Der wissenschaftliche Name der Feuer-Bohne ist Phaseolus coccineus, von lateinisch coccineus = scharlachrot. Die reifen Samen der Feuer-Bohne sind meist wunderschön purpurn marmoriert, seltener einheitlich weiß gefärbt. Sie sind deutlich größer als die der Garten-Bohne. Im Gegensatz zur Garten-Bohne, bei der auch die unreifen Früchte, die "grünen Bohnen", als Gemüse verzehrt werden, nutzt man bei der Feuer-Bohne nur die reifen Samen. Diese müssen ebenso wie bei der Garten-Bohne vor dem Verzehr gekocht werden, da sie in rohem Zustand eine giftige Eiweißverbindung, das Phasin, enthalten.

 

 

Fotos: Anja Holbaum, Botanischer Garten München-Nymphenburg

Text: Ehrentraud Bayer

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