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Botanischer Garten München-Nymphenburg

Abendöffnung

Am Dienstag, dem 31. Juli 2007, ist es wieder so weit: der Botanische Garten lädt ein zu einem abendlichen Rundgang in seinem Gewächshaus und im Schmuckhof.

Bis 22.00 Uhr kann man - bei hoffentlich gutem Wetter - die Blütenpracht im Schmuckhof bestaunen, sich im Victoriahaus bei den tropischen Riesenseerosen wie in den Tropen fühlen oder sich für die eindrucksvollen Gestalten der Säulen- und Kugelkakteen begeistern. Doch nicht genug damit, zusätzlich (im Eintrittspreis inbegriffen!) werden auch noch sehr vielseitige Führungen angeboten.

So berichtet Frau Dr. Michaela Binder um 18.30 Uhr über Hexenglauben und Hexenpflanzen und schneidet dann bei ihrer Führung um 20.30 Uhr ein ganz anderes Thema an, nämlich die Pflanzenwelt Goethes.

Parallel dazu bietet Frau Diplom-Biologin Gertraud Beck zwei ebenso interessante Führungen an. Um 18.30 Uhr geht es um die Pflanzen in der Bibel und ab 20.30 Uhr um Duft- und Räucherpflanzen. Entsprechende Duftöle werden zum Schnuppern herumgereicht und das eine oder andere Räucherstäbchen wird entzündet.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

 

Ginkgo biloba 1

Die wohl bekannteste Pflanze, die mit Johann Wolfgang von Goethe (1710-1782) in Zusammenhang gebracht wird, ist der Ginkgo. Das zweiteilige Blatt dieses erdgeschichtlich sehr alten Baumes aus der Gruppe der Nacktsamer (zu denen auch unsere Nadelbäume zählen) inspirierte Goethe zu seinem berühmten Gedicht "Gingo biloba". Die botanisch korrekte Schreibweise lautet Ginkgo biloba; der Ginkgo wird auf Deutsch auch Fächerblattbaum genannt.

Ginkgo biloba 2

 

Hyoscyamus niger

Eine der klassischen Hexen- und Zauberpflanzen des Mittelalters ist das Bilsenkraut, Hyoscyamus niger. Die als sehr giftig eingestufte Pflanze enthält psychoaktive Substanzen (Alkaloide). Bilsenkraut war ein wichtiger Bestandteil der so genannten Hexen- oder Flugsalben. Das Bilsenkraut zählt zur Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae).

 

Hedera helix

In der Antike war der Efeu den Weingöttern Dionysos (griechisch) und Bacchus (römisch) geweiht. Im Glauben daran, dass Efeulaub die Folgen starker Räusche mildern würde, wand man sich damals Efeukränze fürs Haupt.

Efeu war ein Sinnbild für Heiterkeit und Geselligkeit. Bis heute gilt Efeu jedoch auch als Symbol für Freundschaft und Unsterblichkeit. Frühe Christen betteten die Verstorbenen auf immergrüne ("unsterbliche") Efeublätter. Zudem zählt Efeu zu den häufigsten Gewächsen auf unseren Friedhöfen.

In der Bibel wird der Efeu in Zusammenhang mit "dionysischen Feiern" genannt. Bei 2. Makkabäer 6,7 heißt es: "Zu ihrer Erbitterung mussten die Einwohner sich jeden Monat am Geburtstag des Königs zum Opfermahl führen lassen, und am Fest der Dionysien zwang man sie, zu Ehren des Dionysos mit Efeu bekränzt in der Prozession mitzugehen."

Efeu, Hedera helix, ist eine auch bei uns heimische Kletterpflanze. Sie zählt zur Familie der Efeugewächse (Araliaceae).

Literatur: Dobat, K. (2005): "Pflanzen der Bibel"

 

 

Fotos: Botanischer Garten München-Nymphenburg

Text: Ehrentraud Bayer

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