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Botanischer Garten München-Nymphenburg

Primadonnen der Pflanzenwelt - Wissenswertes über die Orchideen

Blick ins Orchideenhaus

Blick ins Orchideenhaus

Für Orchideenfreunde bietet sich jetzt eine gute Gelegenheit, mit den Fachleuten des Botanischen Gartens München-Nymphenbug ins Gespräch zu kommen. Nur ein kleiner Teil der Orchideen, die der Botanische Garten kultiviert, ist im Orchideen-Schaugewächshaus zu sehen. Wer auch etwas über die nicht öffentlich zugänglichen Teile des Orchideenreviers erfahren möchte, der sei herzlich eingeladen zu den Orchideen-Führungen "hinter den Kulissen" am 2. und 8. August, jeweils um 15.00 Uhr. Es führen die Orchideengärtner.

 

Cattleya lueddemanniana

Cattleya lueddemanniana

Eine bekannte Orchideengattung ist Cattleya, die mit etwa 45 Arten im tropischen Mittel- und Südamerika beheimatet ist. Die abgebildete Art, Cattleya lueddemanniana, stammt aus Venezuela.

 

Fotos: Rieke Jakumeit, Botanischer Garten München-Nymphenburg

Text: Ehrentraud Bayer


Primadonnen der Pflanzenwelt - Wissenswertes über die Orchideen

"Ach, was für eine schöne Orchidee ...", vernimmt man oft, wenn Menschen mit besonders auffälligen, seltsamen Blüten konfrontiert werden. Die Nachfrage, warum es sich um eine Orchidee handeln solle, bleibt der Angesprochene meist schuldig.

Mit der Ausstellung "Primadonnen der Pflanzenwelt - Wissenswertes über Orchideen" kann der aufmerksame Besucher diese Wissenslücke füllen. In der Ausstellung werden Orchideen mit ihren Merkmalen und ihrer Mannigfaltigkeit vorgestellt, ein Mythos wird entschleiert.

Die Familie der Orchideen gehört zu den artenreichsten Pflanzenfamilien überhaupt, es gibt mehr als 25.000 verschiedene Orchidee. Somit ist jede zehnte Blütenpflanze auf der Erde eine Orchidee. Wer sich bei uns in Deutschland in der Natur umschaut, kann nur etwas mehr als 50 verschiedene Arten entdecken. Wo soll aber nun die ganze Vielfalt der Orchideen zu finden sein? Dies Geheimnis sei hier gelüftet: die höchste Artendichte findet sich nicht, wie man annehmen möchte, in den Tieflandregenwäldern, sondern in den Bergregenwäldern der Tropen.

Betrug und Raffinesse gehen Hand in Hand mit den seltsamen Bestäubungsvorgängen bei den Orchideen. So tappen männliche Bienen in die Sexfalle; Orchideen nutzen schamlos die unerfahrenen Tiere für den Transport ihrer Pollenmassen. Andere werden mit den Pollenmassen gehörnt; sie bekommen diese an den Kopf geklebt, weil sie die attraktiven Blüten für Reviergegner halten. Schon Darwin beschäftigte sich ausgiebig mit dem unerschöpflichen Thema der Tricks, welche sich bei den Orchideen entwickelten, um bestäubt zu werden.

In unserer Heimat finden wir ausschließlich am Boden (terrestrisch) wachsende Orchideen, in den Tropen haben aber die meisten Orchideen den Kronenbereich erobert, sie wachsen epiphytisch. Dafür mussten sie sich zahlreiche Anpassungsmechanismen aneignen, Wurzeln und Spross sind besonders umgebildet.

Orchideen sind Pflanzen der Superlative: ihre Samen gehören zu den kleinsten der Blütenpflanzen, ihre Samenmengen sind unübertroffen. Einzelblüten können mehr als 100 g wiegen, der Blütendurchmesser kann mehr als 30 cm erreichen.

Die Ausstellung findet in zwei Bereichen des Botanischen Gartens statt. In der Winterhalle präsentieren wir die Informationsausstellung von Dr. Stefan Schneckenburger, die erstmals im Palmengarten Frankfurt gezeigt wurde. Sie bringt dem Besucher all die Besonderheiten der Orchideen in Text und Bild näher. Großformatige Fotografien einer Forschungsreise in den Süden Venezuelas und Linoldrucke zum Thema von Corina Gerlach ergänzen die Informationsausstellung auf ästhetische Weise.

Der zweite Teil der Ausstellung ist das Orchideenschauhaus im Gewächshausbereich. Hier können die lebenden Pflanzen unter den passenden klimatischen Bedingungen aus nächster Nähe bewundert werden. Der Orchideenbestand des Botanischen Gartens München-Nymphenburg zählt zu den reichhaltigsten Europas, wenn nicht der Welt.

 

Familie: Orchidaceae

 

Catasetum barbatum

Blüten schleudern ihren Pollen auf den Bestäuber - Catasetum barbatum aus Amazonien

 

Coryanthes trifoliata

An Verrückheit kaum zu übertreffen - Coryanthes trifoliata aus Peru

 

Cycnoches herrenhusanum

Blüten mit Schwanenhälsen - Cycnoches herrenhusanum aus Kolumbien

 

Huntleya gustavii

Ein Stern im Urwald - Huntleya gustavii aus Kolumbien

 

Kefersteinia pulchella

Reiche Blütenpracht - Kefersteinia pulchella aus Bolivien

 

Ophrys oxyrhynchos

Sexfalle - Ophrys oxyrhynchos aus Sizilien

 

Orchis italica

Bei uns wachsen sie auf dem Boden - Erdorchidee Orchis italica

 

Psygmorchis pusilla

Schnellstes Wachstum unter den Orchideen - Psygmorchis pusilla wächst auf dünnen Zweigen in Venezuela

 

Stanhopea ruckeri

Die betörende Mexikanerin - Parfümblume Stanhopea ruckeri

 

Telipogon costaricensis

Behaart wie ihr Bestäuber - Sexualtäuschblume Telipogon costaricensis

 

Vandopsis lissochiloides

Selbst die Rückseite ist prächtig - Vandopsis lissochiloides aus SO-Asien

 

Zygostates lunata 1

Klein aber fein - die bizarren Blüten von Zygostates lunata aus Südamerika

Zygostates lunata 2

 

 

 

Fotos zum Vortrag am 05.09.2007, 18.00 Uhr:

 

Cypripedium calceolus

Cypripedium calceolus, Frauenschuh, ist die Orchidee mit den größten Blüten in Deutschland.

 

Ophrys sphecodes

Ophrys sphecodes, Spinnenragwurz, ist eine sehr seltene Orchidee Südbayerns.

 

 

Text: Günter Gerlach, Botanischer Garten München-Nymphenburg

Fotos: Günter Gerlach, Botanischer Garten München-Nymphenburg

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