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Botanischer Garten München-Nymphenburg

Linnés Pflanzen in den Tropenhäusern des Botanischen Gartens

Der berühmte schwedische Botaniker und Naturforscher Carl von Linné, dessen Geburtstag sich dieses Jahr am 23. Mai zum 300. Mal jährte, beschrieb in seinem Werk "Species Plantarum" ("Die Arten der Pflanzen") bereits 7.700 Arten von höheren Pflanzen. Es erschien erstmals im Jahr 1752. Heute nimmt man für die höheren Pflanzen eine Artenzahl von 400.000 an; es gibt jedoch auch andere, darunter oder darüber liegende Schätzungen.

Zu den von Linné beschriebenen Pflanzen gehören auch viele exotische und tropische Pflanzen. Zu erkennen sind die Linnéschen Pflanzenbezeichnungen daran, dass sie nach dem Artnamen ein "L." tragen, das in der Botanik international gültige Namenskürzel für Linné.

Bei seiner Führung am Samstagvormittag (21.06.2007, 10.00 Uhr) stellt Herr Dr. Peter Döbbeler nicht nur einige der tropischen "Linné-Pflanzen" vor, sondern berichtet unter anderem auch über die bahnbrechende Erfindung Linnés, der binären Nomenklatur (Benennung durch Doppelnamen) für Pflanzen- und Tierarten. Auf Grund dieser genialen Idee ist Carl von Linné (1707-1778) nicht nur bis heute unvergessen, sondern zählt auch in der Gegenwart noch zu den berühmtesten und bekanntesten Persönlichkeiten in der systematischen Botanik.

 

 

Mimosa pudica

Unter den Pflanzenarten, die Linné beschrieben hat, findet sich auch die Sinnpflanze oder Mimose, Mimosa pudica L. Auch wenn die Pflanze selbst nicht allen bekannt ist, so verwendet doch jeder den Ausdruck "empfindlich wie eine Mimose" oder "mimosenhaft", um das Verhalten besonders sensibler Mitmenschen zu charakterisieren.

Dieser Vergleich beruht auf einer auffälligen Bewegungserscheinung der Mimosenblätter. Berührt man die zarten Fiedern oder erschüttert man die Pflanze, so falten sich in kürzester Zeit die Blätter zusammen, und die Fiederblättchen legen sich ganz eng aneinander; ferner senken sich die Blattstiele in Richtung Stängel. Diese so genannten seismonastischen Bewegungen erfolgen außerordentlich rasch und betragen im günstigsten Fall nur acht hundertstel Sekunden. Nach etwa 15 bis 20 Minuten ist der Reiz erloschen, und die Fiederblättchen klappen wieder auseinander (Angaben aus URANIA Pflanzenreich 1993).

Die Bewegungen kommen durch Änderung des Innendrucks (Turgor) derjenigen Zellen zustande, die sich in den gelenkartigen Polstern an der Basis des Blattstiels und der Fiederblättchen befinden. Die Fähigkeit zu derart schnellen Bewegungen ist im Pflanzenreich äußerst selten. Mimosa pudica, übersetzt die schamhafte (lat. pudicus) Mimose, stammt ursprünglich aus den Tropen Amerikas. Heute ist sie in den Tropen weltweit verbreitet. Sie gehört zur Familie der Mimosaceae (Mimosengewächse), zu der auch die Akazien zählen. Im Botanischen Garten ist die Pflanze im Sommer im Victoriahaus an den Rändern des Wasserbeckens zu sehen.

 

Ixora coccinea 1

Eine beliebte tropische Zierpflanze ist die aus dem tropischen Indien stammende Scharlachrote Ixore, Ixora coccinea L., eine ebenfalls von Linné benannte Art. Ihre Blüten sind leuchtend rot oder lachs- oder orangefarben, die Blätter dunkelgrün und lederig. Im Englischen heißt sie deshalb auch Flame of the Woods oder Jungle Flame (Wald- oder Dschungelflamme). Von der beliebten, wärmeliebenden Zierpflanze existieren mehrere Sorten. Sie zählt zur Familie der Rötegewächse (Rubiaceae). Im Botanischen Garten ist die Pflanze im Sommer im Victoriahaus zu sehen.

 

Ixora coccinea 2

Eine lachsfarben blühende Sorte von Ixora coccinea.

 

 

Fotos: Anja Holbaum und Rieke Jakumeit, Botanischer Garten München-Nymphenburg

Text: Ehrentraud Bayer

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