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Botanischer Garten München-Nymphenburg

Einweihung des Nymphenspiegel-Bücherbaumes

Ort: Nordwestlicher Bereich oberhalb des Schmuckhofes am Treppenaufgang, zwischen den beiden Porzellan-Papageien

Beginn: 17.00 Uhr

Ende: spätestens 19.00 Uhr (Schließung des Gartens)

 

 

Zur Ideenwelt des Nymphenspiegels und seines Bücherbaumes

Hängt man Bücher in Bäume, schließt sich mancher Kreis. Wer hatte noch nicht beim Spazierengehen bereits einmal das Gefühl, dass ihm oder ihr der Wind in den Kronen der alten Bäume so manch weise Eingebung - oder vielleicht eine künstlerische, poetische Inspiration - zugeflüstert hat?

Bei besagten Büchern handelt es sich um solche, in denen Poesie jedes Jahr wieder einen neuen Garten findet: vom "Nymphenspiegel" ist die Rede. Denn einem arabischen Sprichwort nach ist ein Buch ein Garten, den man in der Tasche tragen kann.

Der "Nymphenspiegel" nimmt diese Idee auf. In den Kapiteln "Lyrik", "Prosa" und "Geschichte" spiegelt er den Nymphenburger Schlosspark jährlich mit neuen Beiträgen wechselnder Autorinnen und Autoren, Gartenliebhabern und Spaziergängern, die sich von ihm, mittels der persönlichen Beziehungen zu ihm, literarisch inspirieren lassen.

Zugleich ist dieser literarische Zwillingsgarten des Schlossparks das Herzstück des gleich lautenden Gesamtkunstwerks und Kulturprojekts, an dem alle Gartenliebhaber und Gartenliebhaberinnen aktiv teilnehmen können:

Auch Ihr Beitrag könnte schon im nächsten "Nymphenspiegel" erscheinen.

Diese literarische Ernte wird nun durch den Bücherbaum der Gartennatur symbolisch wieder zurückgegeben. Darin finden die Bücher den luftdurchfluteten Raum, die ungestörte Atmosphäre, ihren Geist zu verströmen und diesen über das luftige Element an den Äther, die Gartenseele, wieder zurückzugeben. Schließlich befindet sich der Schlosspark ja gleich nebenan - und wenn die Windrichtung stimmt ...

Doch davon abgesehen haben die Bücher schließlich ihren Körper von den Bäumen erhalten und kehren so in gewisser Weise auch wieder zurück zu der Materie, aus der sie gemacht sind. Dadurch finden Natur und Geist rituell, nicht nur in Form des Buches, sondern auch darüber hinaus, draußen im Tanz der Elemente, künstlerisch, erneut zusammen.

Worte, Bilder und Texte verbleichen, bekommen bald eine fleckige Patina, ähnlich der Borke alter Bäume, bis sie sich wieder ganz vom Papier lösen. Für einige Wochen vielleicht, je nach Wetter und Jahreszeit, können Gartenbesucher noch in ihnen lesen.

Doch die vermeintliche Eindeutigkeit der geschriebenen Texte wird durch die witterungsbedingte Erosion fortschreitend mit den festen Konturen ihrer Schrift verschwimmen, so dass man mit der Zeit, ob gewollt oder nicht, immer mehr an eigenen Aussagen und Ideen hineinprojiziert, bis sich die zerfallenden Blätter im Wind schließlich wieder ganz von einer unbeschriebenen Seite zeigen.

Doch wer die Bücher dennoch in Ruhe lesen und aufbewahren möchte, kann sie auch über den Buchhandel beziehen.

Text: Ralf Sartori Neues Fenster Tango à la carte

 

 

Programm:

  • Lesung aus dem "Nymphenspiegel" Band I sowie dem soeben erschienenen Band II.
  • Dazwischen eingestreut ein Konzert überwiegend keltischer Musik.

 

Konzert und Gast-Künstlerin:

Mit keltischen Liedern (Harfe, Gesang) und Tänzen aus Irland, Schottland und der Bretagne, gesungen in Gälisch, sowie eigenen Kompositionen umrahmt und verzaubert die Holzbildhauerin, Sängerin und Harfenistin Gabriele Ogrissek die poetische Zusammenkunft unter dem Bücherbaum.
Die Künstlerin, die auch schon mehrmals im Nymphenburger Schlosspark unter dem Titel "Harfeengesang" konzertierte, gilt als eine der führenden Vertreterinnen der keltischen Musik-Szene in der Umgebung Münchens.
Mehr dazu unter Neues Fenster Celtic Roots.

 

Eintritt:

Eingeladen sind alle Gartenbesucherinnen und Gartenbesucher.
Diese Veranstaltung ist im Eintrittspreis in den Garten enthalten.
Über eine kleine Spende für Konzert und Getränke würden wir uns freuen.

 

Malus x hartwigii 1

In voller Blüte steht derzeit Hartwigs Apfelbaum, Malus x hartwigii (eine Kreuzung aus den zwei Apfelbaumarten Malus baccata x M. halliana)

 

Malus x hartwigii 2

Hartwigs Apfelbaum schmückt sich nicht nur mit Blüten, sondern auch mit Büchern, nämlich den frei im Wind beweglichen Exemplaren des Nymphenspiegels.

 

Nymphenspiegel-Leser

Der erste Nymphenspiegel-Besucher bei der Lektüre - der Kakadu sieht höchst interessiert zu.

 

Baum und Bücher

Baum und Bücher erfahren große Aufmerksamkeit.

 

 

Fotos: Franz Höck, Botanischer Garten München-Nymphenburg

Textredaktion: Ehrentraud Bayer und Ludwig Johannes Geppert

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