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Botanischer Garten München-Nymphenburg

Vor den Eiben die Zauber nicht bleiben

Mit einer Führung für Kinder ab 6 Jahren am 10. September 2006, dem letzten Tag der Hexen- und Zauberpflanzenausstellung, endet auch das Begleitprogramm zu dieser Sonderausstellung im Botanischen Garten. Bei der Führung von Frau Dr. Michaela Binder wird es bevorzugt um die Pflanzen gehen, von denen man früher glaubte, daß sie Hexen und bösen Zauber abwehren könnten. Damit man sich besser merken konnte, welche Pflanzen dafür in Frage kamen, wurden die Namen oft in Reime gefaßt. Einer davon lautet: "Vor den Eiben die Zauber nicht bleiben". Ein anderer: "Baldrian, Dost und Dill - kann die Hex nicht wie sie will".

Nach der Führung wird es für alle diejenigen Kinder spannend, die vor einigen Wochen, genauer am Wochenende vom 29. und 30. Juli 2006, an der Kinderaktion zum Thema Hexen- und Zauberpflanzen mitgewirkt und ihre Bilder für die Bildergalerie in der Winterhalle freigegeben haben. Alle Besucherinnen und Besucher der Hexen- und Zauberpflanzenausstellung durften mit Stimmzetteln darüber abstimmen, welche Bilder ihnen am besten gefallen. Das Ergebnis wird nach der Führung bekanntgegeben. Die jungen Künstlerinnen und Künstler (Alter zwischen 5 und 10 Jahren), deren Bilder prämiert wurden, erhalten einen Preis.

 

Taxus baccata

Eibe
Taxus baccata
Familie: Taxaceae (Eibengewächse)

Durch und durch giftig ist die Eibe - mit Ausnahme des roten, beerenartigen Arillus, der den Eibensamen umgibt. Dieser schmeckt fad süßlich und wurde in Notzeiten sogar zum Herstellen von Marmelade verwendet. Gifitge Hauptwirkstoffe der Eibe sind verschiedene Alkaloide, die sogenannten Taxine, die von bitterem Geschmack und insbesondere für Warmblüter wie Pferde - und natürlich auch für den Menschen - tödlich giftig sind. Es heißt, daß beim Erwachsenen eine Dosis von bereits 50 g bis 100g der Blätter bei Verzehr zum Tod führt (nach Roth et al. 1994).

Im Mittelalter dienten Eiben zur Abschreckung von Hexen und bösem Zauber: "Vor den Eiben die Zauber nicht bleiben". Bei den Germanen galt die Eibe wegen ihrer immergrünen Nadelblätter als Symbol für die Unsterblichkeit. Deshalb wurde sie im Althochdeutschen auch als iva bezeichnet, ein Begriff, der wohl auf ewa, die Ewigkeit, zurückgeht. Die magischen Kräfte, die der Eibe zugesprochen wurden, standen sicher auch im Zusammenhang mit ihrer tödlichen Wirkung. Giftpfeile aus Eibenholz wurden bereits in der Steinzeit verwendet. Auch "Ötzi", der vor 3000 Jahren in den Alpen verunglückte, trug einen Pfeil aus Eibenholz bei sich (nach Steinecke 2004).

Literatur:

Marzell, H. 1925: Die Pflanzen im deutschen Volksleben. 1. Auflage.

Roth, L., Daunderer, M. und Kormann, K. 1994: Giftpflanzen - Pflanzengifte. 4. Auflage.

Steinecke, H. 2004: Pflanzenporträt Eibe in "Druidenfuß und Hexensessel". 1. Auflage.

 

Lindwurm

Wer in der Ausstellung zur Bildergalerie vor dem Hexenkräutergarten gelangen will, der muß seinen Mut zusammennehmen und sich am schröcklichen botanischen Lindwurm vorbei trauen. Er bewacht Tag und Nacht die Hexen- und Zauberpflanzenausstellung und sieht natürlich alles, auch wenn er sein mächtiges, grün-umkränztes Haupt kaum vom Untergrund erhebt. Im Vergleich zu den Lind- und Tatzelwürmern früherer Zeiten ist er allerdings sehr genügsam, was man schon an der zarten, zweizipfeligen Zunge sehen kann. Nur nach etwas Wasser gelüstet es ihn bisweilen, und natürlich verlangt er nach Aufmerksamkeit und Bewunderung. Zollt man ihm diese in gebührender Weise, so darf man unbehelligt weitergehen und hat nichts zu befürchten.

 

Bilder 1

Einige Beispiele der Bilder, die in der Kinderaktion zur Hexen- und Zauberpflanzenausstellung am 29. und 30. Juli 2006 angefertigt wurden. Zur Anregung der Phantasie diente übrigens das Märchen vom Zwerg Nase. Die vom Botanischen Garten und dem Museums-Pädagogischen Zentrum München (MPZ) gemeinsam veranstaltete Kinderaktion stand unter der Leitung von Frau Monika Jerg (MPZ).

 

Bilder 2

Ob unter diesen schönen Bildern wohl die der Gewinnerinnen oder Gewinner sein werden?

 

 

Fotos: Franz Höck (1) und Anja Holbaum (2, 3, 4), Botanischer Garten München-Nymphenburg

Text: Ehrentraud Bayer

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