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Botanischer Garten München-Nymphenburg

Karnivoren

Fleischfressend oder, noch drastischer, fleischverschlingend lautet die wörtliche Übersetzung des Fachbegriffs karnivor, von lateinisch caro, carnis = Fleisch und vorare = fressen, verschlingen. Eines gewissen Schauders kann man sich daher nicht erwehren, stellt man sich tatsächlich Fleisch fressende Pflanzen vor ...

Doch in Wirklichkeit ist alles ganz harmlos - zumindest für Menschen. Weniger für Insekten, denn sie stellen die hauptsächliche Beute dieser interessanten pflanzlichen Jäger dar.

Den Pflanzen geht es dabei nicht darum, Lustgewinn aus dem Jagen zu schöpfen, sondern vielmehr benötigen sie die tierische Nahrung als meist lebensnotwendigen Zusatz für ihren kargen Speisezettel. Karnivore Pflanzen leben nämlich in der Natur stets auf nährstoffarmem, meist saurem Untergrund, z.B. in Mooren oder auf Sand, oder im Wasser sowie als Epiphyten (Aufsitzerpflanzen) auf Bäumen.

Um ihre Beute zu fangen, haben sich die Karnivoren allerlei Tricks ausgedacht, z.B. klebrige Haare, flüssigkeitsgefüllte Trichter mit glatten Wänden und sich schließende Klappen.

Wer mehr über diese faszinierenden Pflanzen erfahren will, der sei herzlich eingeladen, am Sonntag, dem 9. Juli 2006 um 10.00 Uhr, an der Führung von Herrn Thomas Ziehl teilzunehmen. Herr Ziehl ist Gärtner im Gewächshaus des Botanischen Gartens und unter anderem zuständig für die Karnivoren.

 

Heliamphora minor

Heliamphora minor, Kleiner Sumpfkrug
Heimat: Venezuela
Familie: Sarraceniaceae

Die Insekten fallen in den mit Verdauungssaft gefüllten Blatt-Trichter (Fallgrube) und können sich auf Grund der glatten Trichterwände nicht mehr befreien. Sie werden verdaut.

 

Nepenthes eustachia

Nepenthes eustachia, Kannenpflanzen-Art
Heimat: Sumatra
Familie: Nepenthaceae

Die Insekten fallen in den mit Verdauungssaft gefüllten Blatt-Trichter (Fallgrube) und können sich auf Grund der glatten Trichterwände nicht mehr befreien. Sie werden verdaut.

 

Dionaea muscipula

Dionaea muscipula, Venus-Fliegenfalle
Heimat: Südöstliches Nordamerika
Familie: Droseraceae

Zur gleichen Familie wie der bei uns heimische Sonnentau (Gattung: Drosera) zählt die Venus-Fliegenfalle. Sie wird oft als Zierpflanze in Blumengeschäften angeboten. Das Fangprinzip ist eine Klappfalle. Bei mehrmaliger Berührung der auf der Innenseite der Klappen befindlichen Sinneshaare schließt sich die Klappe. Die Beute, normalerweise ein kleines Insekt, ist gefangen. Erst nach ungefähr einer Woche öffnen sich die Klappen wieder und geben die unverdauten Reste frei.

 

 

Fotos: Franz Höck, Botanischer Garten München-Nymphenburg München-Nymphenburg

Text: Ehrentraud Bayer

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