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Botanischer Garten München-Nymphenburg

Bäume des Jahres im Winter

Bäume sind unsere täglichen Begleiter. Als Wald oder auch einzeln stehend gehören sie zu unserer Natur und zu unserer Landschaft. In städtischer Umgebung begleiten sie wohltuend Straßen und Gehwege und strukturieren Parks und Gärten. Bäume sind aus unserem Leben nicht wegzudenken: sie dienen unserer Erholung, spenden uns Schatten, schützen uns vor Lawinen, mäßigen den Wind, liefern Sauerstoff, befestigen den Boden, nähren uns durch Früchte und Samen und sind unentbehrliche Lieferanten unseres vielseitig genutzten Werk- und Baustoffs Holz. In der Lebensgemeinschaft Wald bieten Bäume anderen Pflanzen und vielen Tieren Schutz und Raum.

Bäume sind – mit einem Wort – unentbehrlich für uns. Sie sind ein Schatz der Natur, der wohl gehütet sein will und unsere Aufmerksamkeit und Sympathie verdient.

 

Bäume im Winter 1

 

In unserer Gesellschaft leben Bäume allerdings gefährlich. Zum einen sind sie einer starken Umweltbelastung ausgesetzt oder werden durch Asphalt, Beton oder sonstige Baumaßnahmen eingeengt. Zum anderen wird Raubbau zur Holzgewinnung betrieben, und einzelne Baumarten, die wirtschaftlich wenig bedeutend sind, werden völlig in den Hintergrund gedrängt. Zu einer natürlichen, gut funktionierenden Lebensgemeinschaft gehört jedoch eine "bunte Mischung" aus den verschiedensten Arten; Monokulturen sind das Gegenteil davon.

 

Bäume im Winter 2

 

Je weniger Baumarten uns draußen begegnen, desto weniger können wir ihre Besonderheiten und Vorzüge erfassen und studieren. Im Laufe der Zeit geht so immer mehr Wissen verloren. Es sind jedoch nicht nur die seltenen Baumarten, die aus unserem Gedächtnis verschwinden. Mittlerweile fehlen bei vielen Mitmenschen auch die Kenntnisse über weit verbreitete Baumarten, wie z.B. Esche, Hainbuche, Buche und Eiche.

 

Bäume im Winter 3

 

Durch das Ausrufen zu einem "Baum des Jahres" soll zum einen diesem Wissensschwund entgegengewirkt werden, zum anderen soll in Zusammenhang damit auch auf die immer schwieriger werdende Erhaltung der Natur und ihre Vielfalt hingewiesen werden. Erstmals wurde im Jahr 1989 ein "Baum des Jahres" ausgerufen. Seitdem wird vom "Kuratorium Baum des Jahres" unter dem Vorsitz von Herrn Dr. Silvius Wodarz jährlich ein weiterer "Baum des Jahres" bekanntgegeben. Dabei werden gleichermaßen seltene oder allgemein bekannte Bäume vorgeschlagen.

Zu jeder Baumart hat das "Kuratorium Baum des Jahres" ein interessantes und informatives Faltblatt herausgegeben (zu bestellen unter Neues Fenster http://www.baum-des-jahres.de). Wer jedoch weniger gern liest und sich viel lieber etwas über Bäume erzählen lassen möchte, dem sei die Führung am Sonntag, dem 12. Februar 2006, um 10 Uhr, im Botanischen Garten München-Nymphenburg empfohlen

Herr Volkmar Zimmer, einer der besten Baumkenner und Holzkünstler, wird zu diesem Termin im Botanischen Garten zu den Bäumen des Jahres von 1989 bis 1997 führen. Dabei können Sie u.a. Wissenswertes über die Stieleiche, die Rotbuche, die Sommerlinde erfahren – um nur einige Bäume zu nennen. Die Führungen von Herrn Zimmer sind äußerst beliebt und begehrt, ja eigentlich ein Geheimtip. Kaum jemand bietet so profunde und interessante Informationen über Bäume wie Herr Zimmer. Hinzu kommen seine Kenntnisse aus der Holzbearbeitungspraxis. Besonders anschaulich werden seine Führungen auch dadurch, daß er zum jeweiligen Baum ein entsprechendes Holzmuster demonstriert.

Wer sich für den zweiten Teil der "Bäume des Jahres" von 1998 – 2006 interessiert, der ist zur Führung von Herrn Zimmer am 12. März 2006 um 10 Uhr herzlich eingeladen. Ein Besuch im Botanischen Garten lohnt sich immer. Wir freuen uns auf Ihr Kommen.

 

 

Fotos: Franz Höck, Botanischer Garten München-Nymphenburg

Text: Dr. Ehrentraud Bayer

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