Durchgehende Öffnung der Gewächshäuser von 9 bis 20 Uhr

Dienstag, 11. Dezember 2018

Von Mitte März bis Mitte November 2018 waren die Gewächshäuser des Botanischen Gartens wegen Renovierungsarbeiten im Palmenhaus aus Sicherheitsgründen für das Publikum nicht zugänglich. Nach Beendigung der Arbeiten und dem Abbau des Innengerüsts wurden die Glashäuser am 13. November 2018 wieder geöffnet.


Das Palmenhaus findet sich in stilisierter Form im Logo wieder.

Als „kleine Entschädigung“ für entgangene Gewächshausbesuche bietet der Botanische Garten seinen Besucherinnen und Besuchern am Dienstag, dem 11. Dezember 2018 die Gelegenheit die Gewächshäuser auch abends zu besuchen und die exotische Pflanzenwelt zu genießen; sie werden durchgehend von 9 Uhr bis 20 Uhr geöffnet sein.

Zur Feier der Wiedereröffnung bieten Gärtnerinnen und Gärtner bereits am Nachmittag um 14 Uhr Führungen an, es folgt eine Ansprache der Direktorin des Botanischen Gartens, Frau Prof. Dr. Susanne S. Renner in Halle C. Nach einem kleinen Konzert mit dem Geiger Peter Clemente und der Cembalistin Nicole Heartseeker bilden Führungen im nächtlichen Gewächshaus den Abschluss. Untenstehend der zeitliche Ablauf und Informationen zu den Musikern:

14 Uhr
Führungen in den Gewächshäusern, Treffpunkt: Eingangshalle der Schaugewächshäuser

15 Uhr
Ansprache in Halle C: Frau Prof. Dr. Susanne S. Renner, Direktorin des Botanischen Gartens
Musikalische Umrahmung: Peter Clemente, Violine und Nicole Heartseeker, Cembalo
Die Anzahl der Zuhörer in Halle C ist raumbedingt begrenzt.

18 Uhr
Kleines Konzert in Halle C: Peter Clemente, Geige und Nicole Heartseeker, Cembalo
Die Anzahl der Zuhörer in Halle C ist raumbedingt begrenzt.

19 Uhr
Führungen im nächtlichen Gewächshaus, Treffpunkt: Eingangshalle der Schaugewächshäuser

20 Uhr c.t.
Ende der Abendöffnung

Die Veranstaltung wird unterstützt von der Gesellschaft der Freunde des Botanischen Gartens München e.V.

Foto und Text: PD Dr. Ehrentraud Bayer, Botanischer Garten München-Nymphenburg

Peter Clemente und Nicole Heartseeker


Peter Clemente

Künstlerische Exzellenz und musikantische Bodenhaftung: Der Geiger Peter Clemente vereint beides in einer außergewöhnlichen Musikerkarriere. Seit dem Sieg beim Internationalen ARD-Wettbewerb 1998 und der Auswahl für die Reihe „Rising Stars“ der European Concert Hall Organisation kennt die Klassikwelt den charismatischen Münchner als herausragenden Kammermusiker, der mit seinen Formationen wie dem Clemente Trio oder dem Ensemble Clemente regelmäßig durch zahlreiche Länder Europas, in die USA, bis nach Japan oder Australien tourt und schon das Publikum in Konzertsälen wie dem Musikverein Wien, der Wigmore Hall London oder der New Yorker Carnegie Hall begeisterte. Von „fabelhafter Frische“ und „größter Emphase“ schwärmte etwa der legendäre Musikkritiker Joachim Kaiser.

Gerne geht Clemente mit der Violine auch eigene Wege, die ihn schon zu Auftritten auf 3000 m Höhe mit einer aus Eis gefertigten Geige führten oder ans Münchner Gärtnerplatztheater als „Fiedler“ im Musical Anatevka. Gemeinsam mit prominenten Darstellern wie Hannelore Elsner und Senta Berger gestaltete er musikalische Lesungen, spielte in Film- wie Volksmusikprojekten.

Stilsicherheit, Temperament und eine überbordende Neugier auf immer neue Kulturräume und musikalische Abenteuer kennzeichnen den vielseitigen Künstler. Durch das Erlernen weiterer Instrumente schuf sich Clemente eine fundierte Basis für derlei Grenzen sprengende Freiheiten. So konnte man ihn in jüngster Zeit nicht nur als Geiger auf Klassikfestivals erleben, sondern ebenso am Flügelhorn mit seinem Duo Habed‘ ehre oder als E-Basser der Rockband yesbut in Vorkonzerten bei großen Open Airs von Joe Cocker. Ein besonderes Highlight für den gebürtigen Münchner war der Einzug zum Oktoberfest als Baritonhornist zusammen mit den Gmunder Volksmusikanten. Häufig spielt Clemente zudem Kontrabass in Ensembles wie dem Münchener Bach-Orchester.

Ausgebildet in den Talentschmieden von Ana Chumachenko und Valeri Klimow konzertierte Clemente mit Künstlern wie Paul Rivinius, Andreas Hofmeir, Stofferl Well, Ana Gourari, Adrian Brendel, dem Henschel Quartett oder Quadro Nuevo und folgte einer Einladung Claudio Abbados zur Mitwirkung im Lucerne Festival Orchestra.

Drei Jahre lang unterrichtete der Geiger regelmäßig an der von Daniel Barenboim gegründeten Free International Music School in Ramallah/Palästina. Peter Clemente spielt auf der berühmten „de Beriot“ aus dem Jahr 1600, einer italienischen Violine gebaut von Giovanni Paolo Maggini.

Nicole Heartseeker

Nicole Heartseeker begann ihr Orgelstudium im Alter von 15 Jahren als Jungstudentin bei Professor Weinberger in Detmold. Ihre Meisterklassenstudien setzte sie in München, Salzburg und Wien fort. Geprägt durch Kurse, unter anderem bei Harald Vogel, Simon Preston und Tom Koopman, fand sie schon früh ihre musikalischen Vorbilder und Ziele. So gilt neben der Orgel ihr Interesse dem Cembalo, historischen Tasteninstrumenten und dem Klavier. Ihr Repertoire reicht vom Barock bis ins 21. Jahrhundert. Einen Schwerpunkt legt sie in die von Werke Johann Sebastian Bach, Max Reger, sowie den Erhalt historischer Musiktraditionen. Die Stiftung Live Music Now von Yehudi Menuhin nahm sie als Stipendiatin auf. Ihre Konzertaktivitäten führte sie durch ganz Europa, Nord- und Lateinamerika. Sie begeistert neben ihrer künstlerischen Reife mit spannenden, farbenreich gestalteten Interpretationen.

Nach der Ausbildung zur klassischen Musikerin begann Nicole Heartseeker zunehmend ungewöhnliche Projekte zu realisieren und sich künstlerisch in der Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Musik weiter zu entwickeln. Die Zusammenarbeit mit dem Jazzmusiker und Echopreisträger Mulo Francel erforderte die eigene Bearbeitung von Werken und führte zu experimenteller und improvisatorischer Arbeit. Das extravagante Duo hat eine von der internationalen Fachpresse hochgelobte CD auf den Markt gebracht.

Der Umgang mit Kirchenmusik, Cembalo und Orgel, brachte den Wunsch mit sich diese spezifische Literatur auf das Klavier zu übertragen. Neben den bekannten Komponisten widmete sie sich der Entdeckung noch unbekannter Werke und auch eigenen Arrangements, die sie auf ihrer Klavier Solo CD „@ midnight Tariverdiev“ einspielte.

In München spielt Nicole Heartseeker mit namhaften Instrumentalisten der Münchner Philharmoniker sowie des Bayerischen Staatsorchesters und ist feste Cembalistin des „Ensemble Clemente“.

Foto: Zur Verfügung gestellt von Herrn Peter Clemente, Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von Herrn Peter Clemente und Nicole Heartseeker