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Botanischer Garten
München-Nymphenburg

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Parfüme für Machos – Über die einzigartige Partnerschaft zwischen Prachtbienen und Orchideen

Mittwoch, 29. August 2012, 19 Uhr

Vortrag mit digitaler Bildpräsentation von Herrn Dr. Günther Gerlach, Hauptkonservator am Botanischen Garten München-Nymphenburg

Beginn: 19 Uhr
Ort: Großer Hörsaal (Erdgeschoß), Botanisches Institut,
Menzinger Straße 67, 80638 München

Eintritt frei - Gäste willkommen

Im Rahmen der großen interaktiven Duftausstellung „Himmlische Düfte und Höllengestank!“, die noch bis zum 9. September 2012 im Botanischen Garten München-Nymphenburg gezeigt wird, werden verschiedene Vorträge angeboten.

Am Mittwoch, den 29. August 2012, berichtet Herr Dr. Gerlach aus seiner spannenden blütenökologischen Forschung an süd- und mittelamerikanischen Orchideen.

Vorschau einiger Bilder vom Vortragenden


Stanhopea martiana

Diese Orchidee gehört zu den Parfümblumen. Sie verströmt ein intensives, schweres Aroma, das in geschlossenen Räumen Kopfschmerzen verursachen kann. Die Bestäuber sind männliche Prachtbienen, sie sammeln die Blütenduftkomponenten an der Blüte und nutzen sie für ihre Fortpflanzungsbiologie.


Euglossa sp. an Duftköder

Einzigartig auf der Welt sind die Prachtbienen mit ihrem Sammelverhalten von Blütendüften. Diese Bienen kommen im tropischen Lateinamerika vor und sind sehr wichtige Bestäuber in den dortigen Regenwäldern. Die Tiere leben solitär (d.h. jedes Weibchen baut seine eigenen Brutzellen, es gibt keine Staaten wie z.B. bei den Honigbienen), die männlichen Tiere (hier auf dem Foto) sammeln Düfte. Zahlreiche Orchideen und andere Blütenpflanzen haben sich an das Sammelverhalten dieser Tiere angepasst, sie bieten den Männchen an Stelle von Nektar oder Pollen chemische Duftstoffkomponenten an.


Coryanthes panamensis

Diese Orchidee wird hier von zahlreichen Prachtbienen der Gattung Euglossa umschwärmt. Die Tiere versuchen an die Duftstoffquelle verborgen unter dem hellen Helm zu gelangen, fallen dann in den gelben Eimer und können sich nur mühsam befreien. Trotz der unangenehmen Erfahrung kehren sie zu diesen Blüten zurück, diese sind durch ihren charakteristischen Blütenduft für die Bienenmännchen äußerst attraktiv.

Fotos und Text: Günter Gerlach, Botanischer Garten München-Nymphenburg