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Botanischer Garten
München-Nymphenburg

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Baum des Jahres 2012
Die Europäische Lärche, Larix decidua

25. April – 13. Mai 2012

Ausstellung im Grünen Saal zum diesjährigen „Baum des Jahres“, anlässlich 60 Jahre „Tag des Baumes“ in Deutschland, mit Werken von Volkmar Zimmer, Germering und Lärchenfotografien von Renate Müller, Germering

Sie braucht viel Licht und mag es nicht, wenn sie von andern Bäumen bedrängt wird. Als Pionierart besiedelt sie durch Erdrutsche, Waldbrand oder Lawinen frei gewordene Flächen. Was Bodenqualität, Niederschlagsmenge und Temperatur betrifft, so ist sie sehr anpassungsfähig. Sie ist eine typische Baumart des kontinental geprägten Klimas, besiedelt höhere Lagen im Gebirge und bildet zum Teil die Baumgrenze.

Das Verbreitungsgebiet der Europäischen Lärche liegt hauptsächlich in den Alpen. Heimisch ist sie auch in den Sudeten, dem Gebiet zwischen Weichsel und Oder und in der Tatra. Andernorts wird sie vielfach angebaut. Unter den bei uns heimischen Nadelbäumen nimmt sie eine Sonderstellung ein, da sie als einzige Art im Herbst ihre Nadeln abwirft. Lärchen können 200 – 600 Jahre alt werden und an geeigneten Standorten bis zu 45 m Höhe und einen Durchmesser von 2 m erreichen.

Das Holz besteht aus einem rotbraunem wohlriechenden Kernholz und einem hellen Splint. Es ist außerordentlich dauerhaft und dank seines hohen Harzgehalts wetterfest und auch unter Wasser haltbar. Daher wird Lärchenholz seit jeher im Gebirge für Hausbauten und Schindeldächer verwendet.


01 Lärchenholz, Querschnitt, deutlich ist das hellere Splintholz vom rotbraunen Kern abgesetzt. (Leihgabe von Volkmar Zimmer)


02 In der Ausstellung kann man Lärchenschindeln sehen, die vom Königshaus am Schachen stammen. (Leihgabe von Volkmar Zimmer)



03 und 04 In der Ausstellung sind aus Lärchenholz gedrechselte Holzobjekte von Volkmar Zimmer ausgestellt.


05 Die Farbe von Lärchenholzspänen im Vergleich zu den Spänen anderer Hölzer kann man anhand der Zimmerschen Späneschichtsäule studieren. Die Lärchenspäne befinden sich oberhalb der dunklen Ebenholz-Schicht.


06 Die Ausstellung zeigt eindrucksvolle Lärchenfotografien von Renate Müller, hier eine Schwarzweißaufnahme.


07 Lärchengruppe, Südtirol, Ende Oktober, Foto Renate Müller


08 Die Ausstellung wird belebt von einem großen Ast der Lärchen-Art Larix gmelinii var. japonica (syn. Larix dahurica var. japonica)


09 Ganz aus der Nähe kann man die Zapfen von Larix gmelinii var. japonica studieren. Bei der Artbestimmung von Lärchen spielen Zapfenmerkmale eine Rolle.


10 Ein beachtliches Exemplar der oben genannten Lärchen-Art, Larix gmelinii var. japonica, die wild auf den Kurilen und auf Sachalin vorkommt, kann man im Botanischen Garten sehen.


11 Die Japanische Lärche, Larix kaempferi, wird häufig angepflanzt. Hier ein Ast mit jungem Austrieb. Typisch sind die Kurztriebe und die büschelig wachsenden Nadeln.

Die Japanische Lärche, Larix kaempferi und die Europäische Lärche, Larix decidua, Baum des Jahres 2012 sowie Larix gmelinii var. japonica kann man als beeindruckende, über 30 m hohe Bäume im Botanischen Garten besichtigen. Sie stehen im Arboretum nordöstlich des Alpinums, die Bereiche sind auf dem Gartenplan gelb markiert.

Literatur
Schütt, P. et al. 2004: Lexikon der Nadelbäume, Sonderausgabe Nikol Verlags GmbH
Farjon, A. 1990: Pinaceae, Koeltz Scientific Books

Text: Ehrentraud Bayer, Botanischer Garten München-Nymphenburg
Fotos 01 – 06, 08, 09: Ehrentraud Bayer
Foto 07: Renate Müller, Germering
Fotos 10 – 12: Franz Höck, Botanischer Garten München-Nymphenburg