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Botanischer Garten
München-Nymphenburg

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Erntedank-Ausstellung

Ausstellung: 29. September – 5. Oktober 2011
Veranstaltet vom Botanischen Garten München-Nymphenburg

Ausstellungsdaten

Dauer
Donnerstag, 29. September bis
Mittwoch, 5. Oktober 2011

Öffnungszeiten
Täglich durchgehend von 9 bis 17:30 Uhr im September, von 9 bis 16:30 Uhr im Oktober

Das Freiland des Gartens ist am Abend eine halbe Stunde länger geöffnet, die Gewächshäuser schließen wie die Erntedank-Ausstellung um 18:30 Uhr.

Ort
Botanischer Garten München-Nymphenburg, Menzinger Str. 65, 80638 München, in der Winterhalle

Zugang in den Botanischen Garten
Haupteingang (nächstgelegener Eingang zur Winterhalle): Menzinger Str. 65
Südeingang: Erreichbar zu Fuß über den Schlosspark Nymphenburg, mit dem Fahrrad über die Maria-Ward-Straße und den Radweg „Alte Menzinger Straße“

Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln
Der Haupteingang ist direkt erreichbar mit Trambahn Linie 17 oder Bus 143
Haltestelle: Botanischer Garten

Eintrittspreis, Tageskarte: 5 €, ermäßigt 3 €
Kinder bis zu 12 Jahren haben freien Eintritt, Zutritt in den Botanischen Garten ist jedoch nur in Begleitung Erwachsener erlaubt.
Im Eintrittspreis enthalten ist der Gartenbesuch einschließlich der Gewächshäuser und der Ausstellung.

Beratung
Mitglieder des Imkervereins München-Nymphenburg (Bienenzuchtverein München-Nymphenburg e.V.) beantworten Fragen zu Bienen, Honig und Imkerei.

Konzept, Koordination, Gestaltung der Ausstellung
Botanischer Garten München-Nymphenburg

Aussteller und Leihgeber
Anton Bauer, Jarzter Apfelgarten, 85777 Jarzt b. Fahrenzhausen
Städtische Berufsschule für Gartenbau, Floristik und Vermessungstechnik, Reinmarplatz 4-6, 80637 München
Bienenzuchtverein München-Nymphenburg e.V. (Maja Högner)
Gärtnerei Brandl, Ungererstr. 141, 80805 München
Gartenbauverein Kastl e.V., 84556 Kastl b. Altötting
Kunst- und Lustgärtnerei, Claudia Wörner & Martin Weimar, im Schlosspark, 85764 Oberschleißheim
Volkmar Zimmer, Holzkünstler, Germering

Von einer guten Ernte hing früher nicht nur das Überleben des Menschen während des Winters oder anderer ungünstiger Zeiten ab. Es ist auch heute keineswegs selbstverständlich, dass uns Früchte, Getreide oder essbare Knollen so reichlich und in großer Auswahl zur Verfügung stehen. Mit gutem Recht hat sich daher der alte Brauch des Entedanks bis heute erhalten.
In einem Botanischen Garten gilt der Erntedank nicht nur den essbaren Pflanzen, sondern der gesamten grünen Vielfalt. Möglichst viele Pflanzenarten will man hier kultivieren und ausstellen. Das Sortiment umfasst Nahrungspflanzen und andere Nutzpflanzen, zahlreiche Zierpflanzen, Vertreter alpiner Floren, Wasser- und Wüstenpflanzen. Der Botanische Garten will seinen Besuchern zeigen wie die Pflanzenwelt der Wüste oder am Amazonas aussieht oder was für Bäume es in China, Japan oder Nordamerika gibt. Und wiederum viele andere der hier gehüteten Pflanzen dienen der Wissenschaft. Am Ende eines Gartenjahres dankt der Botanische Garten den himmlischen Mächten daher für vielerlei: für die schönen Blüten und Blumen, die es das ganze Jahr über zu sehen gibt, für üppig belaubte Bäume, für Früchte aller Art, essbare, attraktive, giftige oder seltene und – was für das Weiterführen des vielfältigen Bestands sehr wichtig ist - für eine gute Samenernte in allen Revieren.

In der Erntedankausstellung in der Winterhalle fällt der Blick zunächst auf einen riesigen Apfel im hinteren Drittel der Halle. Erst ist umgeben von kleinen Körben, in denen an die hundert verschiedene Apfel-Sorten ausgestellt sind. Sie kommen alle aus Jarzt im Landkreis Freising. Dort befindet sich der äußerst sortenreiche Obstgarten von Anton Bauer. Er führt das Werk des bayerischen Pomologen Korbinian Aigner (1885 – 1966) weiter, der auch unter dem Namen „Apfelpfarrer" bekannt ist. Er züchtete neue Apfel-Sorten und fertigte als Bestimmungshilfe etwa 1200 Zeichnungen verschiedener Äpfel an. Wegen seiner kritischen Haltung zum Nationalsozialismus wurde er verhaftet und musste insgesamt 5 Jahre im Gefängnis und im KZ verbringen. Dort züchtete er weiter Äpfel, unter anderem die Sorte KZ-3, die 1944 im KZ Dachau entstand. Anton Bauer (* 1930) sorgte nicht nur für den Fortbestand dieser Züchtung, sondern auch dafür, dass sie auf den Sortennamen 'Korbiniansapfel' getauft wurde. Er ist in der Ausstellung zu sehen.
An den Seiten der Ausstellungshalle ziehen unterschiedlich geschmückte Erntewägen die Blicke auf sich: Getreide, Kürbisse, Krautköpfe, Kartoffeln, Sonnenblumenköpfe, Kastanien, Quitten, Beeren, Eicheln, Chili und Paprika sind fantasievoll arrangiert. Dazwischen stehen fruchtende Zitrus-Bäume und Dahlien in ihrer bunten Herbstvielfalt.
In der Ausstellung befindet sich zudem ein Stand, der sich mit einem äußerst wichtigen Nutztier befasst – der Honigbiene. Hier kann man bei Frau Maja Högner oder ihrem Kollegen Herrn Kramer Rat einholen über Honigqualitäten und sich über die Bedeutung, die Lebensweise und das Halten von Bienen informieren. Man kann auch Honig kaufen. Nicht irgendeinen, sondern einen, der aus bester Nachbarschaft stammt - nämlich aus dem Schlosspark Nymphenburg – wo der Imkerverein München-Nymphenburg Bienenstöcke aufgestellt hat.
Neben Honig kann man sich in der Ausstellung am Stand des Botanischen Gartens auch noch mit Äpfeln versorgen. Natürlich nicht mit irgendwelchen, sondern mit alten Apfel-Sorten aus dem Obstgarten Anton Bauers.

Wir wünschen unseren Besucherinnen und Besuchern viel Freude in unserer abwechslungsreichen Erntedank-Ausstellung werden, die Auge und Herz erfreut.

Bildeindrücke

29. September 2011





Kürbis


Zu den eindrucksvollsten Früchten des Herbstes zählen im Botanischen Garten, wie auch anderswo, die Kürbisse. Ihre Vielfalt ist enorm. Abgebildet ist ein roter Turbankürbis.

Bunter Mais


Der aus Amerika stammende Mais hat sich in Bayern mittlerweile große Feldflächen erobert. Die übliche Körnerfarbe der hier wachsenden Maiskörner ist gelb. Im Botanischen Garten werden unterschiedliche Mais-Sorten kultiviert: mit blauen, dunkelroten, gelbbraunen und goldgelben Körnern.

Erntegut aus dem Botanischen Garten



In einem Botanischen Garten gilt der Dank nicht nur Essbarem, sondern allem, was die Natur an Blüten, Blättern, Früchten und Samen bereithält. Hier eine Mischung aus Hagebutten, Kastanien, den stachligen Hüllen der Edelkastanien (Maroni), Haselnüssen, den Früchten des Taschentuchbaums (im Vordergrund) und Herbstlaub.

Blüten-Setzkasten


Die bunte Vielfalt der Blüten und Pflanzen, an denen man sich im Botanischen Garten erfreuen kann, hat einer unserer Gärtner in einer Auswahl in seinem Blüten-Setzkasten zusammengefasst.

Bunter Erntewagen



Erntedank im Botanischen Garten: Weißkrautkopf, bestachelte Buchenfrüchte, Pfaffenhütchen, Berberitzenzweig mit Früchten stachlige Edelkastanienfrüchte, Äpfel, Quitten, Rosskastanien, Hagebutten und anderes mehr.

Fotos 1 – 5, 8 - 11: Franz Höck, Botanischer Garten München-Nymphenburg
Text und Fotos 6 – 7: Ehrentraud Bayer, Botanischer Garten München-Nymphenburg