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Botanischer Garten
München-Nymphenburg

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Woche der Botanischen Gärten

Bionik – von Pflanzen lernen für die Technik

11. – 19. Juni 2011, verlängert bis 26. Juni

Ausstellung im Grünen Saal (Haus 7 der Schaugewächshäuser)
Lehrpfad mit 15 Stationen (Schaugewächshäuser und Freiland)
Sonderführungen (Begleitprogramm)

Die Woche der Botanischen Gärten 2011
Pressemitteilung des Verbands der Bot. Gärten e.V.

Zur Ausstellung gibt es eine illustrierte Begleitbroschüre (Verband Botanischer Gärten e.V.), erhältlich an der Gewächshauskasse zum Preis von 6 €.

Blick in die Ausstellung im Grünen Saal



Bionik-Lehrpfad

15 Stationen wurden von Dr. Andreas Gröger ausgewählt.
Lehrpfad-Handzettel Schaugewächshäuser
Lehrpfad-Handzettel Freiland


„Sauber wie ein Lotusblatt“

Viele Pflanzen wie die Lotosblume, Kohl, Lauch, Kapuzinerkresse, Seerosen und viele mehr sind für Wasser fast unbenetzbar; die Tropfen rollen rückstandsfrei ab. Dabei werden auch Schmutzpartikel oder Bakterien entfernt. Die Oberfläche wird so gesäubert.
Grundlage sind mikro- oder nanostrukturierte Oberflächen, die die Haftung der Partikel minimieren. Diese Strukturen werden aus Zellen mit daraufliegenden Wachskristallen gebildet.

In der Technik kann man derlei mikro- und nanostrukturierte Oberflächen nachahmen und aus verschiedenen Materialien herstellen; es kommt dabei auf den richtigen Strukturabstand und die richtige Kombination unterschiedlicher Strukturen an; die äußerste Schicht muss jedenfalls wasserabweisend sein.

Textquelle: Tafeln des Lehrpfads zur Bionikausstellung, Verband Botanischer Gärten e.V.



Riesenbambus, Palmenhaus Botanischer Garten München-Nymphenburg


Bananenstauden, Nutzpflanzenhaus Botanischer Garten München-Nymphenburg

Wenn sich hohle Bambushalme biegen, kommt es zu einer Ovalisierung des ursprünglich runden Halmquerschnitts, was letztendlich zum Knickversagen führen kann.
Biomechanische Untersuchungen haben ergeben, dass die Querwände der Knoten zumindest teilweise als Zuggurtung wirken und dadurch die Ovalisierung der Halme verhindern. Ähnliche Zugelemente finden sich auch in den hohlen Stielen von Bananenblättern, wodurch die Gefahr des Knickens unter Gewichts- und Windlasten verringert wird.

Angeregt durch die biologischen Vorbilder wurde von Claus Mattheck vom Karslruher Institut für Technologie die Leichtbaumethode „In Seilen denken!“ entwickelt. So können z.B. dünne vorgekrümmte Schalenelemente mit Zugseilen verspannt und stabilisiert werden. Mit dieser Methode lassen sich hochstabile und dabei sehr leichte Bauteile und Konstruktionen für verschiedenste Einsatzbereiche entwickeln.

Textquelle: Tafeln des Lehrpfads zur Bionikausstellung, Verband Botanischer Gärten e.V.

Fotos: Franz Höck, Botanischer Garten München-Nymphenburg