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München-Nymphenburg

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Pflanzen in Shakespeares Werken

Führung am 8. Mai 2011 ab 10 Uhr

Der berühmte Dichter William Shakespeare (1564 – 1616) verbrachte seine Jugend auf dem Lande. Er kannte die Pflanzen, die auf den Feldern und Wiesen um Stratford-upon-Avon wuchsen. Häufig beschrieb er diese Pflanzen in seinen Stücken und betonte damit ihren volkstümlichen Charakter. Zu seiner Zeit, im 16. Jahrhundert, galten Kräuter als Mittel gegen die Pest und andere Krankheiten. Die Menschen versuchten sich mit Kräutern, die sie in Duftkugeln bei sich trugen, zu schützen.

In seinen Werken nennt er viele Pflanzen. So etwa das Stiefmütterchen, dessen Saft Liebeszauberkraft hat. Träufelt man diesen nämlich in die Augen von Schlafenden, so verliebt sich die Person beim Aufwachen in das allererste Lebewesen, dessen sie ansichtig wird. Im „Sommernachtstraum“ verliebt sich die Elfenkönigin Titania auf diese Weise in einen Esel.

Kaiserkrone, Narzisse, Schwertlilie und Primeln – mit diesen Pflanzen vergleicht Perdita im „Wintermärchen“ bei der Begrüßung den Königssohn, dem sie daraus eine Girlande winden würde. Der Königssohn gibt sich als einfacher Mann; Perdita selbst ist gleichfalls von königlicher Herkunft, wächst aber nichtsahnend als Findelkind bei einem Hirten auf.

Neben verschiedenen Kräutern und Blumen spielen auch Bäume eine Rolle. So droht im „Sturm“ der verstoßene König Prospero seinem Luftgeist Ariel, den er aus der Rinde einer Fichte freigezaubert hat, dass er ihn in die Rinde einer Eiche zaubern würde, wenn er sich weiterhin beschwerte und seine Befehle nicht ausführte.

Viele weitere „Shakespeare-Pflanzen“ wird Frau Dr. Kisser-Priesack bei ihrer Führung zeigen und den Bezug zu den entsprechenden Texten des berühmten Dichters herstellen. Wer sich für diese – Literatur und Botanik aufs Beste verbindende – Führung interessiert, der sei herzlich eingeladen am Sonntag, den 8. Mai 2011 ab 10 Uhr an diesem botanisch-literarischen Spaziergang im Botanischen Garten München-Nymphenburg teilzunehmen.

Text: Gabriele Kisser-Priesack und Ehrentraud Bayer




Stiefmütterchen (love-in-idleness)

Dem Saft der wilden Stiefmütterchenblüten wird bei Shakespeare nachgesagt, dass er als Liebeszauber wirkt. Einfach Schlafenden ins Auge träufeln und schon verlieben sie sich unweigerlich in das Wesen, das sie beim Öffnen der Augen als erstes sehen – und sei es ein Esel. Es käme auf einen Versuch an, ob der Zauber auch mit Garten-Stiefmütterchen wirkt …


Kaiserkrone
Eine Ehre für den, der mit dieser schönen, kräftigen, aufrechten Pflanze verglichen wird. Diese Pflanze ist wahrhaft eines Königssohnes würdig, wie Perdita im Wintermärchen fühlt.



Mächtige Eichen ragen im Botanischen Garten am Ostende des Teichs empor. Ob sich wohl in ihrer borkigen Rinde verzauberte Luftgeister verbergen?

Fotos, Text: Ehrentraud Bayer, Botanischer Garten München-Nymphenburg