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Botanischer Garten
München-Nymphenburg

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Große Pilz-Ausstellung

Veranstaltet vom Verein für Pilzkunde München e.V. und vom Botanischen Garten München-Nymphenburg, mit Pilzberatung durch den Verein für Pilzkunde München e.V.

17. – 19. September 2010
Täglich geöffnet von 9 bis 17:30 Uhr

Ort: Winterhalle des Botanischen Gartens München-Nymphenburg
Menzinger Str. 65, 80638 München

Eintrittspreis: 5 €, ermäßigt 3,50 €
(Botanischer Garten einschließlich Ausstellung)

Begleitprogramm

Samstag, 18. September 2010, 14 Uhr
Pilzbuch-Tauschbörse und Pilzbuchversteigerung in der Winterhalle
Bücher für die Versteigerung können während der Ausstellung bis kurz vor der Versteigerung in der Winterhalle abgegeben werden.

Samstag, 18. September 2010, 16 Uhr
Jäger, Zuckersüchtige und Leichenfledderer – Betrachtungen zur Ökologie von Pilzen
Vortrag von Herrn Dr. Christoph Hahn, Dauer ca. 60 Minuten
Ort: Großer Hörsaal, Botanisches Institut, Menzinger Straße 67
Eintritt frei

Pilze fristen ihr Leben meist im Verborgenen. Monatelang scheinbar unsichtbar bilden manche Arten plötzlich farbenfrohe und auffällige Fruchtkörper, die im Volksmund gerne als „Schwammerl“ bezeichnet werden. Dass die Pilze aber eine unverzichtbare Rolle im gesamten Ökosystems unseres Planeten spielen, ist den meisten Menschen wohl kaum bewusst. So ermöglichten sie den Landgang der Pflanzen und helfen auch heute noch zahlreichen Pflanzen dabei, Wasser und Salze aufzunehmen. Als Gegenleistung für ihre Dienste erhalten diese symbiontischen Pilz-Arten Zucker von der Pflanze. Der Vortrag versucht, über interessante und oft erstaunliche Beispiele die Vielseitigkeit des so verborgenen Pilzreiches aufzudecken. Wussten Sie z.B., dass ein Pilz traurige Berühmtheit in der Gerichtsmedizin erlangt hat? Er wächst im Wald nur über vergrabenen Leichen …"

Sonntag, 19. September 2010, 15 Uhr
Unsere heimischen Giftpilze und ihre essbaren Doppelgänger
Vortrag von Herrn Peter Karasch (Fachberater Mykologie – Univ. gepr.), Dauer ca. 60 Minuten
Ort: Großer Hörsaal, Botanisches Institut, Menzinger Straße 67.
Eintritt frei

Ein Überblick zu den wichtigsten Formengruppen unserer heimischen Pilze, bei dem die häufigsten Fragen rund um das Thema Gift- und Speisepilze beantwortet werden.

Eindrücke aus der Pilzausstellung

Die Besucherinnen und Besucher erwartet eine reiche Auswahl an frischen Pilzen, die von den Mitgliedern des Vereins für Pilzkunde München e.V. sorgfältig bestimmt und mit dem lateinischen und – soweit es einen solchen gibt – auch mit dem deutschen Namen beschriftet werden. Man darf gespannt sein, welche Raritäten und Besonderheiten dieses Mal dabei sind. Oder welche harmlos aussehenden Schwammerl tückisches Gift enthalten, während andere, deren Anblick wenig Vertrauen erweckend ist, möglicherweise wunderbare Speisepilze sind.

Blick in die Winterhalle mit der Pilz-Ausstellung

Sommer-Steinpilz


Boletus aestivalis

Von der Menge her gesehen spielen Pilze für unsere Nahrung eine eher untergeordnete Rolle. Aber fast jeder schwärmt vom köstlichen Geschmack der Waldpilze, wie etwa vom wunderbaren Aroma der Steinpilze. Die Abbildung zeigt den Sommer-Steinpilz (Boletus aestivalis), der als schmackhafter Speisepilz begehrt ist, besonders so lange er jung und festfleischig ist. Man findet ihn im Laubwald, z.B. unter Eichen und Buchen. Von seinem nächsten Verwandten, dem ebenso gefragten Fichten-Steinpilz (Boletus edulis), meist nur Steinpilz genannt, unterscheidet er sich durch seinen trockenen feinfilzigen Hut, der ausgeprägten Netzzeichnung auf dem Stiel und um das um Wochen frühere Erscheinen im Jahr gegenüber dem Fichten-Steinpilz.

Birkenpilz und Fichten-Steinpilz


Leccinum scabrum und Boletus edulis

Der Birkenpilz (Leccinum scabrum), ein Rauhfußröhling, ist in Europa verbreitet. Er ist ein guter Speisepilz. Wie der Name schon vermuten lässt, lebt er als Symbiose-(Mykorrhiza-)partner von Birken. Der Fichten-Steinpilz (Boletus edulis), auch Herrenpilz oder nur Steinpilz genannt, ist einer der bekanntesten Speisepilze. Er ist auf der Nordhalbkugel verbreitet und lebt vergesellschaftet mit Fichten und anderen Bäumen.

Schönfußröhrling und Mennigroter Saftling


Boletus calopus
  
Hygrocybe miniata

Seinem Namen macht der Schönfußröhrling (Boletus calopus) wirklich Ehre. Genießbar ist dieser ansehnliche Pilz allerdings nicht. Sein Fleisch schmeckt leicht bitter und ist etwas giftig. An Druck- und Schnittstellen verfärbt es sich blau. Als Mycorrhizapartner kann der Schönfußröhrling mit Fichten, Buchen, Kiefern und anderen Baumarten vergesellschaftet sein.

Ein Genuss fürs Auge, jedoch nicht für den Gaumen ist der ungenießbare Mennigrote Saftling (Hygrocybe miniata). Der kleine Pilz ist weltweit verbreitet. Er findet sich auf sandigem Heideboden oder an grasigen Böschungen, auf Wiesen, Weiden.

Fotos: Franz Höck, Botanischer Garten München-Nymphenburg