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Botanischer Garten
München-Nymphenburg

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Der Traum der Roten Kammer

Chorkonzert in der Ausstellung
Yunnan, Sichuan – Biologische und kulturelle Vielfalt in Südwest-China

Freitag, 27. August 2010 um 19 Uhr
Winterhalle des Botanischen Gartens München-Nymphenburg
Menzinger Str. 65, 80638 München

Ab 19 Uhr: Einlass, Kostprobe chinesischen Tees
19:20 Uhr: Einführung
20:00 Uhr: Konzertbeginn

Frei nach dem gleichnamigen Roman von
Cao Xue Qin (Tsao Hsüe Kin, 1719 – 1763)

Libretto, Komposition und Regie: Wang Aiqun
Chorleitung: Ingrid Zacharias
Ensemble der Chinesischen Bunten Blätter München

Kartenpreis: 12 €
Kartenvorverkauf ab 6. August 2010, 9 – 18:30 Uhr, an der Hauptkasse des Botanischen Gartens, Restkarten an der Abendkasse



Am 8. September 2010 werden Auszüge der Chormusik und Arien dieser Oper von Wang Aiqun in der Winterhalle des Botanischen Gartens München-Nymphenburg aufgeführt. Eine chinesische Brücke und ein chinesischer Pavillon bilden dort eine schöne Kulisse. Die Sängerinnen und Sänger der Musikhochschule München werden traditionelle Kostüme tragen. Die Handlung des Romans „Der Traum der roten Kammer“ – eines der bedeutendsten Werke der Literatur Chinas – wird auf Deutsch gelesen. Die Chorleitung übernimmt Ingrid Zacharias.

Die chinesische Komponistin Wang Aiqun vertonte den Roman in den Jahren 1995 bis 2007. Teile der Oper wurden 2004 konzertant im Rahmen des Festivals junger Künstler in Bayreuth uraufgeführt. Daneben gab es seit 1996 viele konzertante Aufführungen in verschiedenen Städten in Deutschland.

„Der Traum der roten Kammer“ – Ein zeitloser Spiegel der Gesellschaft

Die Handlung der Oper basiert auf dem gleichnamigen klassischen chinesischen Roman von Cao Xue Qin (Tsao Hsüe Kin, 1719 – 1763). Die Geschichte liegt auch einer ganzen Reihe traditioneller chinesischer Opern, wie u.a. einer Sichuan-Oper, zugrunde, ist verfilmt worden und in diverse Fernsehproduktionen eingegangen.

Der Stoff entstammt einem Gesellschaftsroman der sich im höfischen Milieu des 15. Jahrhunderts bewegt. Im Mittelpunkt steht eine unglückliche Dreiecksbeziehung, die eingebettet ist in buddhistische und taoistische Philosophie. Es geht um Liebe, Freundschaft, Familienstruktur, Erziehung, Sensibilität, Vergänglichkeit der Menschen und der Natur.

Die Akteure verwirklichen nicht die eigenen Liebe, ihr Schicksal wird von der Familie und Wahrsagern bestimmt. Die Liebesgeschichte spielt hauptsächlich zwischen drei Personen: Zwei jüngeren Damen mit den Namen Daiyu und Baochai und einem jungen Mann mit dem Namen Baoyu. Die Liebesthemen und die komplizierten Familienbeziehungen werden hauptsächlich von den weiblichen Figuren, darunter auch Baoyus Mutter, Großmutter und seinen Schwestern entwickelt. Der Vater von Baoyu ist ein hoher Beamter, der hauptsächlich die Wandlungen in der Politik und den Machtverhältnissen seines Staats verkörpert. Die Geliebte von Baoyu ist Daiyu, eine Kusine von Baoyu, ihre beiden Familien wissen das, sie selbst wissen es auch, aber es folgt die Geschichte einer unglücklichen Liebe.

Nach chinesischer Tradition muss zunächst eine Ehevermittlerin als Vertreterin einer Familie mit der anderen Familie sprechen, wenn eine Ehe zustande kommen soll. Die Eltern der jungen Frau sprechen dann darüber in der eigenen Familie, aber die Entscheidung liegt bei den Eltern. Wenn die Eltern eine Ehe schließen wollen, dann gibt keine andere Wahl, das ist der Anlass vieler Tragödien. Darin spiegelt sich das konfuzianische Grundverständnis von Familie und Gesellschaft. Wegen dieser Tradition haben Baoyu und seine Geliebte Daiyu nicht offiziell in der Familie über ihre Liebe gesprochen, das gibt seiner Familie natürlich auch eine Chance, ihre Macht auszuüben, alles mündet in einen Teufelskreis. Am Schluss heiratet Baoyu nach einem Täuschungsmanöver seiner Familie nicht seine Geliebte Daiyu, sondern ein Mädchen namens Baochai, eine entfernte Kusine. Seine Geliebte Daiyu stirbt wegen dieser Nachricht und ihres schlechten Gesundheitszustands am gleichen Abend.

Mitwirkende

Wang Aiqun: Lyrikerin, Künstlerin, Komponistin

Musikstudium an der Pädagogischen Hochschule Xinjiang und an der Zentralmusikhochschule Beijing, VR China, Weiterbildung in Musiktheaterdramaturgie an der Ludwig-Maximilians-Universität München, Regie an der Theaterakademie August Everding München. Ihre Lyrik und ihre Kompositionen werden seit 1982 in China veröffentlicht und aufgeführt. Sie hat als Lehrbeauftragte an der Ludwig-Maximilians-Universität München gearbeitet. Mit der Unterstützung des Kulturreferats der Landeshauptstadt München, des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst, der Bayerischen Staatskanzlei, der Ludwig-Maximilians-Universität München und der TU München organisiert sie seit 1995 Konzerte, konzertante Opern, Sprechtheater, Musiktheater, Tanztheater, Vorträge, Lesungen, Filmvorführungen, Ausstellungen und komplexe Veranstaltungsreihen unter dem Titel „Chinesische Bunte Blätter“.

Ingrid Zacharias: Chorleitung, Altistin

Gesangsstudium an der Hochschule für Musik und Theater München, Altistin bei kirchenmusikalischen Veranstaltungen, Musiklehrerin an der städtischen Sing- und Musikschule Penzberg, Chorleiterin der Volkshochschule München und der evangelischen Simonskirche München.

Marina Ushchapovskaya: Mezzosopranistin

Studium im Fach Dirigieren an der Universität für Kultur und Kunst in St. Petersburg. Von 1988 bis 1997 war sie Solistin des St. Petersburger Kammerchors unter der Leitung von Nikolaj Kornev. Mit diesem Ensemble führten sie Gastauftritte nach Deutschland, Italien, Frankreich, Niederlande, Israel und in die USA. Sie ist auf mehreren CD-Aufnahmen mit russischer geistlicher Musik (erschienen bei Philips Records) zu hören. Die Aufnahme von Rachmaninows Vesper wurde mit dem Grammy ausgezeichnet.
Von 1996 bis 1999 erhielt sie an einer privaten Gesangsschule eine intensive Gesangsausbildung. Ab dem Jahr 2000 nahm sie an diversen Opernfestivals in den USA, Frankreich und Russland teil u.a. als Amneris (AIDA), Eboli (Don Carlos) und Zweite Dame (Die Zauberflöte).
Seit 2003 ist sie Chormitglied des Staatstheaters am Gärtnerplatz. Als Solistin im Messen- und Oratorienbereich ist sie sehr aktiv. Außerdem tritt sie regelmäßig in Liederabenden auf, in denen sie vor allem russische, französische, italienische und deutsche Werke zu Gehör bringt.

Nora Zacharias: Sprecherin

Abitur am Theresia-Gerhardinger-Gymnasium am Anger in München. Sie spielt Klavier und Cello und nahm Unterricht in Ballett und Jazztanz. 2008 begann sie eine Gesangsausbildung. Mitwirkung im Schulorchester des Projektes „Klasse Klassik“ des Bayerischen Rundfunkorchesters, in der Theatergruppe am Biederstein, in der Jugendtheatergruppe „M8 – Mit!“ an den Münchner Kammerspielen, in der Schultheatergruppe (Sir Toby Rülps in Shakespeares „Was ihr wollt“), in der Musical- und Theatergruppe „Lennij“ und im Kirchenchor der Simeonsgemeinde.

Zhou Min: Tänzerin

1995 schloss sie ihre Ausbildung an der Tanzhochschule der chinesischen Provinz Sichuan ab mit Schwerpunkt chinesische Volkstänze. Später arbeitete sie jahrelang als Lehrerin in diesem Fach. Mehrmals gewann sie den ersten Preis in Sichuan und später in Hainan, sie zeigte Tänze verschiedener chinesischer Volksgruppen wie z.B. der Dai, Yi, Miao, Tibeter, Uighuren und Mongolen. Seit dem Dezember 2006 lebt sie in München und wirkt bei zahlreichen Veranstaltungen und öffentliche Aufführungen in Deutschland mit.

Zhao Yaqian: Bühnenbild- und Maskenbildnerin

Studium im Fach Bühnenbild an der Theaterhochschule Shanghai, Bühnenbild und Kostüm an der Akademie der Bildenden Künste München, Mitwirkung in verschiedenen Produktionen in Shanghai und in München: „Der Besuch der alten Dame“ am Volkstheater München, Ausstellung von Swarowski in der Shanghaier Musikhalle, „Brutales Spiel“ im „Shiyan Schauspielhaus“ Shanghai, „Das Leben der Frauen“ im „Shiyan Schauspielhaus“ Shanghai.

Weitere Chormitglieder

Barbara Lucke (Sopran), Ulrike Rüster (Sopran), Dorothee Rüster (Mezzosopran), Johannes Krusche (Tenor, Solist), Florian Glas (Tenor), Xue Zhong (Tenor), Harald Rüster (Bass), Richard Zacharias (Bass)