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Orchideenhaus (Haus 1)

Das Orchideenhaus schließt südlich an das Kakteenhaus an. Hier wachsen vor allem Orchideen, aber auch zahlreiche weitere Pflanzen mit feuchtwarmen Klimaansprüchen.

Vanda-Orchidee im Eingangsbereich des liebevoll gepflegten Tropenparadieses.
Cattleya-Orchidee

Viele unterschiedliche Blütenpflanzen lassen die Üppigkeit und Vielgestaltigkeit tropischer Sträucher und Kräuter nur erahnen.

Bis zu 30 Gelb- und Rotwangenschildkröten beim Sonnen und Beobachten der Besucher.

Neben dem zentralen kleinen Wasserbecken erheben sich mächtige Baumstämme mit verschieden Aufsitzerpflanzen (Epiphyten). Dahinter blühen, fast das ganze Jahr über die bananenverwandten großen Heliconien. In den Seitenbeeten stehen Tropenpflanzen der verschiedensten Familien, die in den unterschiedlichen Jahreszeiten ihre Blüten zeigen.

Für die akustische Atmosphäre eines Urwalds sorgen kleine tropische Baumsteigerfrösche (Dendrobates auratus, Epipedobates tricolor), die durch ihr lautes grillenhaftes Zirpen auffallen, aber nur sehr schwer zu finden sind.

Nicht alle Orchideen benötigen hohe Temperaturen zu ihrem Wachstum, aber die prächtigsten und wertvollsten Arten dieser Pflanzenfamilien sind in solchen Klimaregionen beheimatet. Durch ihre Exklusivität und ihren hohen Handelswert wurden viele Orchideen in ihrer Heimat nahezu ausgerottet. Deshalb sind alle geschützt; ihr Handel ist gesetzlich reglementiert.

Verschiedene Orchideen in der Schauvitrine

Die Orchideen besitzen eine spektakuläre Lebensstrategie. Der gesamten Pollen, der bei den übrigen Blütenpflanzen in Staubform vorliegt, ist bei den meisten Orchideen-Arten zu Pollenpaketen (Pollinien) vereinigt. Deswegen ergeben sich sehr hohe Samenmengen nach erfolgreicher Bestäubung. Es wurden schon Mengen von über einer Million Samen pro Samenkapsel gezählt. Die Samen sind dementsprechend staubfein, sie besitzen kein Nährgewebe und sind aufgrund ihres geringen Gewichtes gut flugfähig.
Erreicht ein Orchideensame einen geeigneten Pilz, so wird er infiziert. Er beginnt zu keimen, nachdem er Teile der Pilzhyphe verdaut hat. Normalerweise geht die Orchidee eine dauerhafte Bindung zu ihrem Pilz ein. Der Pilz erschließt ihr verschiedene Mineralien, die Orchidee gibt ihrem Partner überschüssige Kohlenhydrate ab. In unseren Gewächshäusern gedeihen die Orchideen auch ohne ihre Symbiosepilze. In der Natur ist die Keimungsrate sehr gering, denn die Wahrscheinlichkeit, den geeigneten Pilz innerhalb der kurzen Lebensdauer zu finden, ist minimal.

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