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Afrika- und Madagaskarhaus (Halle C)

Betritt man de letzte der drei großen Hallen, fühlt man sich beim ersten Anblick an die Pflanzen der Eingangshalle erinnert. Was Gestalt und Standortansprüche betrifft, so gibt es tatsächlich Gemeinsamkeiten. Auch hier wachsen an trockenes Klima angepasste Stamm- und Blattsukkulenten, die jedoch ganz anderen Familien angehören als die Xerophyten der Neuen Welt in Halle A. Es handelt sich vor allem um Wolfsmilchgewächse mit kakteenähnlicher Gestalt und Aloen mit fleischigen Blättern, die in Afrika und Madagaskar zu Hause sind.

In den Trockengebieten, auf Madagaskar, Sokotra und den Maskarenen sowie in Südarabien ist die große, etwa 300 Arten umfassende Gattung Aloe beheimatet. Einige krautige, stark sukkulente Arten werden bei uns häufig als Zierpflanzen im Topf gehalten. Es gibt bei dieser Gattung jedoch auch strauchige und sogar baumförmige Wuchsformen.

Aus dem gelben Saft der Blätter einiger Aloe-Arten wird durch Eintrocknen ein bitteres, offizinelles Harz gewonnen, das schon im Altertum in der Heilkunde Gebrauch fand. Die aus Aloe gewonnene Droge diente unter anderem als mildes Abführmittel. Im Orient wurde Aloe auch zur Einbalsamierung genutzt. Der frische Saft der fleischigen Blätter war in Europa zum Kühlen von Wunden und zur Wundheilung gebräuchlich. Heute verwendet man den Aloe-Extrakt wegen seiner antibakteriellen Wirkung als Bestandteil in Hautpflegemitteln. Die in diesem Zusammenhang bekannteste Art ist Aloe vera (Synonym Aloe barbadensis), die vom Mittelmeergebiet bis Südarabien und Ostafrika verbreitet ist. Sie wurde von den Spaniern in die Neue Welt gebracht, die sie bereits 1650 auf Barbados in großen Plantagen zur Gewinnung des Aloe-Harzes kultivierten.

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