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Echinocactus grusonii: Häufig und doch vom Aussterben bedroht

Die Unterscheidung von Kakteen ist nicht gerade einfach. Es gibt viele sehr ähnlich aussehende Arten, die nur Spezialisten auf Anhieb auseinander halten können. Einige Kakteenarten sind jedoch leicht wieder zu erkennen. Dazu zählt der vor Ihnen stehende Echinocactus grusonii, der Goldkugelkaktus. Erinnern Sie sich, dass Sie ihn schon in der Eingangshalle gesehen haben?

Typisch für ihn sind die leuchtend hellgrüne Farbe, die zahlreichen Rippen, die gelben Stacheln und der gelbwollige breite Scheitel. Ab einem Alter von 15 – 20 Jahren erscheinen die ersten Blüten. Sie sind schwefelgelb und glänzen in der Sonne wie Seide.

Der Goldkugelkaktus ist für jedermann zu erschwinglichen Preisen erhältlich. Die Nachzucht aus Samen bereitet keine Probleme. Man könnte meinen, dass damit alle Nachfragen nach diesem schönen Kaktus gedeckt sind. Leider kommt es jedoch auch heute, trotz strenger Verbote, immer noch vor, dass versucht wird, Exemplare aus der Natur zu entnehmen. Im Fall des leicht erhältlichen Goldkugelkaktus ist das absolut unverständlich und besonders tragisch. Von dieser Kakteenart existieren heute nicht einmal mehr 250 Individuen am natürlichen Standort. Ein Großteil der natürlichen Vorkommen wurde durch Staudammbau vernichtet. Diese so häufig kultivierte und in jeder Kakteensammlung vorzufindende Art ist also in der Natur höchst gefährdet und vom Aussterben bedroht. Um auf diese Situation aufmerksam zu machen, wurde der Goldkugelkaktus von der Deutschen Kakteengesellschaft zum Kaktus des Jahres 2008 ausgerufen.

Audiodatei-Download
Echinocactus grusonii: Häufig und doch vom Aussterben bedroht (MP3, 744 KB)

Audioproduktion und Copyright: Soundgarden Audioguidance GmbH
Text: Ehrentraud Bayer, Botanischer Garten München-Nymphenburg


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