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Chamaecrista: Buzz-Bestäubung

Beim Blütenbesuch werden die Bestäuber meist mit Nektar verköstigt. Viele Blüten locken ihre Besucher aber auch mit eiweißreichen Pollen. Dabei muss die Pflanze dafür sorgen, dass genug Pollen zur Bestäubung übrig bleibt und nicht alles verzehrt wird.

Chamaechrista glandulosa hat hierfür einen besonders raffinierten Mechanismus entwickelt. Wenn Sie ihre leuchtend roten Staubblätter ansehen, können Sie kürzere und längere erkennen. Beide Staubblatttypen besitzen kleine runde Öffnungen an ihren Spitzen. Nur durch diese winzige Pore kann der Pollen austreten.

Wie kommt nun der Bestäuber, in diesem Fall eine größere Biene, an den Pollen? Nach ihrer Landung lässt sie ihre Flugmuskulatur vibrieren, was durch einen deutlichen summenden Ton hörbar ist. Unter diesen Schwingungen rieselt der begehrte Pollen aus den Poren der kurzen Staubblätter und wird aufgesammelt. Die längeren Staubblätter sind der Biene nicht zugänglich, aber mit derselben Vibration werden auch hier Pollenkörner in Wölkchen verstäubt. Sie wirbeln gegen die Kronblätter und werden von dort auf solche Körperteile der Biene gelenkt, die von ihr nur mit Schwierigkeit geputzt werden können. Die langen Staubblätter dienen also der Bestäubung der Blüte, die kurzen ausschließlich der Belohnung des Blütenbesuchers.

Audiodatei-Download
Chamaecrista: Buzz-Bestäubung (MP3, 586 KB)

Audioproduktion und Copyright: Soundgarden Audioguidance GmbH
Text: Günter Gerlach, Botanischer Garten München-Nymphenburg


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