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Nymphaea lotus: Verbreitungsmuster

Das Hauptvorkommen der Ägyptischen Seerose, Nymphaea lotus, liegt in den Tropen Afrikas und Südostasiens. Ein isoliertes Vorkommen findet sich auch in Europa, nämlich in den Abflüssen heißer Quellen im nördlichen Rumänien. Mehrere Tausend Kilometer trennen diese Population von der nächsten am Nil. Für solch ein eigenartiges Verbreitungsmuster gibt es verschiedene Erklärungsansätze.

Zum einen könnte der Mensch nachgeholfen und die dekorativen Pflanzen in die Quellen gebracht haben. Oder ein Zugvogel hat den klebrigen Samen über diese weite Strecke transportiert. Die spektakulärste, aber gleichzeitig wahrscheinlichste Erklärung ist, dass es sich um eine Restpopulation aus jener Zeit handelt, als in Europa tropisches Klima herrschte. Fossilien aus dem Tertiär belegen, dass die Ägyptische Seerose damals über ganz Europa verbreitet war. Das würde allerdings bedeuten, dass sie die kompletten Eiszeiten, also weit über eine Million Jahre, in den Thermalquellen überdauert hat. Klingt abenteuerlich! Aber eine weitere Unterstützung erhält diese Annahme aus dem Fund tropischer Schnecken im Umfeld der rumänischen Quellen!? Die gleichen Schnecken kommen gemeinsam mit Nymphaea lotus in Afrika vor.

Audiodatei-Download
Nymphaea lotus: Verbreitungsmuster (MP3, 625 KB)

Audioproduktion und Copyright: Soundgarden Audioguidance GmbH
Text: Andreas Gröger und Günter Gerlach, Botanischer Garten München-Nymphenburg


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