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Saccharum officinarum: Süßes Gras

Zuckerrohr ist eine sehr alte, weltwirtschaftlich äußerst wichtige Nutzpflanze. Sie stammt aus dem Hochland von Neu-Guinea, einer Insel nördlich Australiens. Dort entstand durch Auslese zuckerreicher Formen bei Wildarten der Vorläufer unseres heutigen Zuckerrohrs.

Schon in vorgeschichtlicher Zeit gelangte das Zuckerrohr von Neu Guinea nach Hawaii sowie nach China und Indien. In Europa erfuhr man von der Pflanze durch die Feldzüge Alexander des Großen. Dessen Feldherr Nearchus berichtete 327 vor Christus, dass es in Indien Menschen gäbe, die imstande wären, aus einer schilfartigen Pflanze ohne Beteiligung von Bienen Honig zu gewinnen.

Etwa 400 Jahre später, im 1. Jahrhundert nach Christus, brachten die Araber das Zuckerrohr auf die Iberische Halbinsel. Von dort aus gelangte es nach der Entdeckung Amerikas in die Karibik und nach Brasilien, wo auch heute noch die Hauptanbaugebiete liegen

Zucker war in Europa lange Zeit ein Luxusartikel, der grammweise in Apotheken verkauft wurde. Die Bedeutung des Rohrzuckers nahm erst ab, als man im 19. Jahrhundert mit der Gewinnung von Zucker aus Zuckerrüben begann. Heute stellt Rohrzucker jedoch wieder über achtzig Prozent der Weltzuckerproduktion.

Inzwischen findet Zuckerrohr auch anderweitig Verwendung. Insbesondere in Brasilien wird unter dem Motto „Sprit aus Zuckerrohr“ der aus dem Halm gepresste, zuckerhaltige Rohsaft zu Bioalkohol vergoren. Die Bioalkohol-Produktion ist nicht unumstritten, da der Landverbrauch für die riesigen Zuckerrohr-Monokulturen enorm ist. Es ist zu befürchten, dass intakter Regenwald dafür abgeholzt wird. Zudem können nicht alle anfallenden Rückstände weiter verarbeitet werden, so dass es zu Wasserverschmutzungen kommt. Hier zeigt sich, dass nachwachsende Rohstoffe keine Ideallösung für die Energiekrise darstellen.

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Saccharum officinarum: Süßes Gras (MP3, 887 KB)

Audioproduktion und Copyright: Soundgarden Audioguidance GmbH
Text: Ehrentraud Bayer, Botanischer Garten München-Nymphenburg


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