Botanischer Garten München-Nymphenburg

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Tetrastigma: Wuchsform Liane

In den dichten Tropenwäldern findet ein ständiger Wettkampf ums Licht statt. Die untersten Etagen sind dunkel. Um die oberen Etagen zu erreichen, müssen Bäume viel Biomasse in einen dicken tragenden Stamm investieren. Lianen schaffen es, mit viel weniger Biomasse vom Waldboden bis ans Licht zu gelangen. Sie entwickeln keine selbsttragenden Stämme, sondern nutzen Bäume, um an ihnen emporzuklettern. Trotzdem muss ihr Holzkörper stabil gebaut sein, um Zugkräfte zu kompensieren. Lianenhölzer können dabei wunderschöne Formen annehmen: korkenzieherartig gewundene Spiralen, Bänder mit kabelförmigen Verdickungen, regelmäßig geknickte Treppen und viele Formen mehr.

Die Lebensform der Liane hat sich unabhängig voneinander in den unterschiedlichsten Pflanzenfamilien herausgebildet. Besonders auffällige Blüten tragen die kletternden Passionsblumen und Aristolochien, weshalb sie in fast jedem Botanischen Garten zu finden sind. In freier Natur bekommt man ihre Blütenpracht nur selten zu Gesicht, da sie im Kronendach der Baumriesen, viele Meter über dem Waldboden, erblühen.

Lianen schädigen ihren Trägerbaum üblicherweise nur durch Beschattung, denn sie vermögen diesen oft zu übergipfeln oder komplett einzuhüllen. Besonders junge Sekundärwälder, die nach Rodungen entstehen, sind reich an Lianen und dadurch schier undurchdringlich.

Audiodatei-Download
Tetrastigma: Wuchsform Liane (MP3, 641 KB)

Audioproduktion und Copyright: Soundgarden Audioguidance GmbH
Text: Günter Gerlach, Botanischer Garten München-Nymphenburg


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