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Clusia: CAM-Stoffwechsel

Grüne Blätter stellen Miniatur-Sonnenkollektoren dar. In ihnen verwandeln Pflanzen die Energie des Sonnenlichts in chemische Energie, nämlich Zucker. Als Baustoff für die Kohlenhydrate dient gasförmiges Kohlendioxid. Es wird durch winzige Schlitze in der Blattoberfläche, die so genannten Spaltöffnungen, aufgenommen. Gleichzeitig verdunstet Wasserdampf über die Spaltöffnungen, was für die Pflanzen bei Wassermangel zu einem Problem werden kann. Deshalb haben einige einen besonderen Trick entwickelt. Sie nehmen Kohlendioxid nur während der kühleren Nacht auf, binden es chemisch an organische Säuren und verarbeiten diese Säuren tagsüber – bei geschlossenen Spaltöffnungen! Von der Energiebilanz her gesehen ist dieser Mechanismus nicht ganz so effektiv wie die reguläre Photosynthese, hat aber den entscheidenden Vorteil, dass weniger Wasser verloren geht.

Der Mechanismus wurde erstmals bei Dickblattgewächsen, den Crassulaceen, entdeckt, und deshalb als Crassulaceen-Säure-Stoffwechsel, CAM, bezeichnet. Aber auch die vor Ihnen stehende Clusia kann das. Und sie kann sogar noch mehr: für jedes Blatt einzeln kann der CAM-Mechanismus ein- oder abgeschaltet werden. Das heißt, auf der Sonnenseite arbeitet die Clusia mit dem wassersparenden CAM, auf der Schattenseite mit der energetisch günstigeren, regulären Photosynthese.

Audiodatei-Download
Clusia: CAM-Stoffwechsel (MP3, 677 KB)

Audioproduktion und Copyright: Soundgarden Audioguidance GmbH
Text: Günter Gerlach, Botanischer Garten München-Nymphenburg


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