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Botanischer Garten München-Nymphenburg

Zypressengewächse und Sumpfzypressen

Sonntag, 27. Februar 2005, 10.00 Uhr

Führung im Gewächshaus von Herrn Volkmar Zimmer

Treffpunkt: vor dem Gewächshauseingang

Bilder

Zypressengewächse (Cupressaceae)

Mit Zypressengewächsen hat hierzulande ganz bestimmt schon jeder einmal Bekanntschaft gemacht. Man denke nur an die fast allgegenwärtigen Thuja-Hecken, die viele unserer Gärten umgeben. Lebensbaum lautet die deutsche Bezeichnung dieser Gattung, die in Nordamerika und Ostasien beheimatet ist. Würde man die Thuja-Hecken übrigens nicht beschneiden, würden sie sich zu stattlichen Bäumen entwickeln.

Der Wacholder ist ein weiterer Vertreter der Zypressengewächse, den man häufig als Garten-Ziergehölz und auch in der heimischen Flora findet. Die beerenartigen Zapfen unseres heimischen Wacholder (Juniperus communis) werden als Gewürz benutzt (Wildgerichte, Sauerbraten) und dienen in großer Menge zur Herstellung und Aromatisierung von alkoholischen Getränken (Gin, Genever, Wacholderschnäpse).

Weitere Gattungen aus der Familie der Cupressaceae, wie der lateinische Name der Zypressengewächse lautet, sind der in Japan beheimatete Hiba-Lebensbaum (Thujopsis dolabrata) und die aus Nordamerika und Ostasien stammenden Lebensbaumzypressen (Chamaecyparis-Arten). Sie finden ebenfalls als Ziergehölze bei uns Verwendung.

Ein weiterer sehr bekannter Vertreter der Zypressengewächse ist die Zypresse selbst. So prägt die Mittelmeer-Zypresse (Cupressus sempervirens) in ihrer charakteristischen pryramidenförmigen Wuchsform regional das Landschaftsbild südeuropäischer Länder.

Sumpfzypressengewächse (Taxodiaceae)

Weniger bekannt wird dagegen den meisten zunächst die Familie der Sumpfzypressengewächse (Taxodiaceae) sein. Diese hatten - wie man von Fossilien weiß - ihre größte Ausdehnung und Entfaltung in längst vergangenen Erdepochen, nämlich im Tertiär und in der Kreidezeit. Um so interessanter und beeindruckender sind die heute noch vorhandenen Restvorkommen.

Dazu zählen nämlich die nordamerikanischen Mammutbäume. Zum einen der Immergrüne Mammutbaum, auch Küstensequoia oder Redwood (Rotholz) genannt. Der lateinische Name ist Sequoia sempervirens. Zum anderen der Riesenmammutbaum, Sequoiadendron giganteum, der zu den ältesten, größten und beeindruckendsten Bäumen der Erde zählt. Riesenmammutbäume können 4000 oder sogar 5000 Jahre alt werden, haben Stammdurchmesser von 12 m und werden über 100 m (max. bis 135 m) hoch.

Ebenfalls in Amerika beheimatet ist die Sumpfzypresse (Taxodium) selbst. Die bekannteste Art, die in Europa auch als Parkbaum gepflanzt wird, ist Taxodium distichum, unsere Sumpfzypresse. Im Herbst verfärben sich ihre hellgrünen Nadeln rotbraun. Ihr dauerhaftes weiches Holz findet als Bauholz und für Eisenbahnschwellen Verwendung.

Nah verwandt mit der Sumpfzypresse ist eine weitere Art: Urweltmammutbaum oder Chinesische Wasserfichte lauten die deutschen Bezeichnungen, Metasequoia glyptostroboides ist der wissenschaftliche Artname. Dieser sommergrüne Baum war zunächst nur fossil bekannt. Erst 1945 entdeckte man in China noch lebende Vertreter, was einer botanischen Sensation gleichkam.

Wer mehr über diese beiden höchst interessanten Nadelbaumfamilien erfahren möchte, der sei herzlich zu der am Sonntag, dem 27. Februar 2005, um 10.00 Uhr stattfindenden Führung von Herrn Volkmar Zimmer im Botanischen Garten München-Nymphenburg eingeladen.

Der Holzkünstler Volkmar Zimmer wird dabei nicht nur die Bäume zeigen und viel Spannendes und Wissenswertes über die Zypressen- und Sumpfzypressengewächse erzählen, sondern - wie bei seinen Führungen üblich - auch Holzmuster der jeweiligen Bäume zeigen.

Ein Besuch im Botanischen Garten lohnt sich immer. Wir freuen uns auf Ihr Kommen.

Das Freiland des Gartens ist im Februar von 9.00 bis 17.00 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Nach der Freilandführung besteht die Möglichkeit, sich im Gewächshaus aufzuwärmen und dabei unsere derzeitige Schmetterlingsausstellung zu besuchen!

Die Gewächshäuser einschließlich der Schmetterlingsausstellung sind im Februar von 9.00 bis 16.30 Uhr täglich durchgehend geöffnet. Während der Schmetterlingsausstellung beträgt der Eintrittspreis in die Gewächshäuser Euro 4,00, ermäßigt Euro 2,00. Kinder bis 12 Jahre (nur in Begleitung Erwachsener) haben freien Eintritt.

Der Haupteingang des Botanischen Gartens befindet sich in der Menzinger Straße 65, erreichbar mit der Tram-Linie 17. Info-Telefon: 17861-310 oder 17861-351.

Bilder

(Text: Ehrentraud Bayer)

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