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Botanischer Garten München-Nymphenburg

Pflanzen Indiens

Das höchste Gebirgssystem der Welt, nämlich der Himalaja, mit Erhebungen von über 8000 Metern, riesige Stromebenen, Salzsümpfe, eine Wüste, Hochebenen und über 5500 Kilometer Küste - es ist eine höchst beeindruckende Vielfalt an Naturräumen, die Indien, das siebtgrößte Land der Welt, bietet. Entsprechend abwechslungsreich ist die indische Pflanzenwelt. Auf einer Fläche, die etwa 45 mal so groß ist wie Bayern, gedeihen eine reiche Hochgebirgsflora und - je nach Klimazone - die unterschiedlichsten Vertreter tropischer und subtropischer Pflanzengattungen. Darunter Palmen, Rhododendren, Bambus, Mangrovengewächse und Orchideen.

Kaum einer kann sich bei einer derartigen Vielzahl an Arten und Vegetationsformen rühmen, die indische Flora genau zu kennen. Und doch sind jedem von uns mehrere Pflanzen indischer Herkunft gut bekannt. Gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit rücken einige von ihnen in den Vordergrund. Gemeint sind Gewürze wie Zimt und Kardamom, ferner der ganzjährig gefragte Schwarze Pfeffer. Sie kommen wild in Indien vor und werden dort seit Jahrtausenden genutzt.

Weitere uns vertraute aus Indien stammende Pflanzen sind der Indigostrauch, der Teakholzbaum, Jute sowie die Wildformen von Aubergine und Salatgurke. Auch die Heimat des Zuckerrohrs wird in Indien vermutet. Viele Nutzpflanzen südostasiatischen Ursprungs werden in Indien angebaut, wie z.B. der Mangobaum, Ingwer, Reis, Hirse, Tee, der Schraubenbaum und Bananen.

Wer sich für Indien und seine Pflanzenwelt, insbesondere die tropischen Nutzpflanzen, interessiert, der sei herzlich eingeladen, an der Führung am Sonntag, dem 13. November 2005, um 10 Uhr, teilzunehmen. Führen wird Herr Till Hägele, der technische Leiter der Gewächshäuser des Botanischen Gartens.

 

Schraubenbaum

Schraubenbaum
Pandanus spec., hier: Pandanus utilis

Der Name Schraubenbaum rührt von der charakteristischen schraubenförmigen Anordnung der Blätter (siehe Abbildung) her. Pandanus-Arten werden verschiedentlich kultiviert, zum einen, um die Blattfasern für Flechtarbeiten zu nutzen, zum anderen zum Verzehr der gekochten Blütenstände und Früchte. Extrakte aus der Wurzel werden außerdem in der Volksheilkunde verwendet. Pandanus-Arten kultiviert man in den Tropen auch vielfach wegen ihrer wohlriechenden Blüten sowie als Hecken- und Zierpflanzen.

 

Banane

Banane, Obst-Banane
Musa x paradisiaca

Die Abbildung zeigt eine Bananenstaude mit unreifen Früchten im Nutzpflanzenhaus des Botanischen Gartens.

Bananen, das wichtigste tropische Obst im Weltwirtschaftshandel, werden heute in allen feuchten tropischen und subtropischen Gebieten der Erde kultiviert. Die meisten Kulturbananen gehen auf die Kreuzung von zwei Wildbananen-Arten (Musa acuminata und Musa balbisiana) zurück. Es handelt sich dabei um meist triploide Abkömmlinge der beiden Elternarten. Entstanden ist die eßbare Banane im indo-malayischen Raum; in Indien wurde sie bereits 600 v.Chr. in der Literatur erwähnt. Nach Europa gelangten die ersten Bananen im 10. Jahrhundert (nach Hanelt et al. 2001). Im 15. Jahrhundert brachten die Portugiesen die Banane auf die Kanaren und 1535 nach Peru.

Die Bananenpflanzen sind bis zu 9 m hohe Stauden, die einem knolligen Rhizom (= unterirdischer Sproß) entspringen. Nach der Fruchtreife stirbt die Bananenstaude oberirdisch ab. Die Fortpflanzung und Vermehrung erfolgt über Schößlinge, die sich am Rhizom gebildet haben.

 

 

Zimt
Cinnamomum verum (= C. zeylanicum)
Ceylon-Zimt, Kaneel, Echter Zimtbaum

Ein bedeutendes Gewürz ist der Zimt. Darunter versteht man die fermentierten, getrockneten und eingerollten inneren Schichten der Zweige des Zimtbaums. Sie enthalten ein ätherisches Öl, das den charakteristischen Zimtgeschmack erzeugt. Seine Hauptbestandteile sind 75% Zimtaldehyd und 10% Eugenol. Zimt wird auch von einer weiteren in China beheimateten Cinnamomum-Art gewonnen, der Zimtkassie (C. aromaticum). Dem ätherischen Öl der Zimtkassie fehlt das Eugenol. Die immergrünen Zimtbäume zählen zur Familie der Lorbeerbaumgewächse (Lauraceae).

Zimtbaum

Die jungen rötlichen und älteren grünen Blätter des Ceylon-Zimtbaums mit den charakteristischen drei Bogennerven.

 

Stangenzimt

Die eingerollten Rindenstücke, die unter dem Begriff Stangenzimt oder Stangenkaneel in den Handel kommen.

 

 

Fotos: Franz Höck, Botanischer Garten München-Nymphenburg

Text: Ehrentraud Bayer

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