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Botanischer Garten München-Nymphenburg

Palmenbusch und Weidenkätzchen

Ostermontag
28. März 2005, 11.00 Uhr
Führung für Kinder und Erwachsene
von Frau Dr. Gabriele Kisser-Priesack
Treffpunkt: vor dem Gewächshauseingang

 

Salix caprea

Noch nicht aufgeblühte Blütenstände von Salix Caprea (Salweide)

 

Palmkätzchen gehören für viele mit zu den schönsten Kindheitserinnerungen. Endlich war es wieder warm genug, um draußen spielen zu können, endlich gab es außer dürren Ruten bei Spaziergängen mehr zu sehen: allerlei Frühlingsblumen und natürlich Palmkätzchen, silbrig grau, unvergleichlich weich behaart und später dann im aufgeblühten Zustand von Bienen umschwärmt.

Mit Palmen haben die gleichnamigen Kätzchen botanisch gesehen nichts zu tun. Die sogenannten Palmkätzchen sind in Wirklichkeit die pelzigen, kugeligen bis eiförmigen Blütenstände von verschiedenen Weiden-Arten (lateinisch: Salix).

Die Bezeichnung Palmkätzchen rührt von liturgischen Gebräuchen der christlichen Kirche her. Der Palmsonntag ist der Beginn der Karwoche und damit der Leidenszeit Christi. Am Palmsonntag, dem Tag des Einzugs Jesu in Jerusalem, wurden - im Abendland schon seit dem 8. Jahrhundert - in Erinnerung daran Palmprozessionen abgehalten. In südlichen Breiten waren es Palmwedel und Ölbaumzweige, die zu diesem Anlaß getragen und geweiht wurden, in unseren Breiten verwendete man Weiden- und Haselnußgerten oder auch Buchsbaumzweige.

Die gesegneten Palmzweige, auch Palm genannt, sollten Wohnung und Stall gegen das Böse schützen. Üblicherweise steckte man den „Palmbuschen“ (meistens Weidengerten mit Kätzchen) nach der Weihe hinter das Kreuz im Herrgottswinkel. In manchen Gegenden mischte man früher auch geweihte Palmkätzchen ins Viehfutter, um die Tiere gegen Krankheit und Seuchen zu schützen. Und wenn man selbst drei der geweihten „Pelztierchen“ aß, so war man angeblich das ganze Jahr über gegen Krankheit gefeit.

Heute haben Palmkätzchen und Ostersträuße mehr die Bedeutung von Frühlingsboten; das Wissen um die alten Gebräuche und Bedeutungen tritt in den Hintergrund.

Wie es in alten Zeiten mit den Osterbräuchen stand und welche Pflanzen sich in den „Palmbuschen“ wiederfinden, erzählt Frau Dr. Gabriele Kisser-Priesack in ihrer Führung am Ostermontag um 11 Uhr. Die Führung ist für Jung und Alt gleichermaßen interessant. Wir wünschen viel Spaß!

Quelle (Gebräuche):

R. Schulte u. G. Weiß
Das schöne Buch der Familien-, Fest- und Feiertage
Gondrom 1995

 

Salix caprea

Noch nicht aufgeblühte Blütenstände von Salix Caprea (Salweide)

 

Text: Ehrentraud Bayer

Fotos: Franz Höck, Botanischer Garten München-Nymphenburg

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