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Botanischer Garten München-Nymphenburg

Das Palmenhaus: Entstehung und Pflanzen

Sonntag, 24. Oktober 2004, 10.00 Uhr
Treffpunkt: vor dem Gewächshauseingang

Führung von Herrn Harald Loose

Bilder:

Palmenhaus: Blick in die Kuppel (Höhe 21 m)
Photo: F. Höck, Botanischer Garten

Schön anzusehen: Nützlicher Schraubenbaum (Pandanus utilis)
Heimat: Madagaskar
Standort: Palmenhaus (Halle B), Nordseite, vor dem Eingang zum Cycadeenhaus
Photo: F. Höck, Botanischer Garten

Attraktiver Blattfächer: Die linealischen Blätter des Nützlichen Schraubenbaums (Pandanus utilis)
Standort: Palmenhaus (Halle B), Nordseite, vor dem Eingang zum Cycadeenhaus
Photo: F. Höck, Botanischer Garten

Im Palmenhaus: Die großen rundlichen Blätter gehören zu Coccoloba pubescens, dem kubanischen Elefantenohr
Standort: Palmenhaus (Halle B), Nordseite, gegenüber dem Eingang zum Baumfarnhaus
Photo: F. Höck, Botanischer Garten

Beeindruckend: Die Blätter des Elefantenohrs (Coccoloba pubescens)
Heimat: Kuba
Standort: Palmenhaus (Halle B), Nordseite, gegenüber dem Eingang zum Baumfarnhaus
Photo: F. Höck, Botanischer Garten

Text:

Palmenhaus, ein attraktiver Name, der angenehme gedankliche Verknüpfungen mit Urlaub und Entspannung, Tropen und Wärme hervorruft. Und in der Tat, gerade in der kühlen Jahreszeit kommen viele unserer Besucherinnen und Besucher besonders gern in diese große mittlere Halle der Schaugewächshäuser. Hier ist man stets von üppigem Grün umgeben, vergißt schnell erlittene Kälte und trübes Wetter und fühlt sich im Vergleich zu draußen wie in einer anderen schöneren Welt.

Etwas irreführend ist die Bezeichnung Palmenhaus allerdings doch. Es sind nämlich keineswegs nur Palmen, unter denen man hier flanieren kann. Viel mehr ist es eine reiche Auswahl an unterschiedlichen Pflanzen aus dem tropischen Regenwald, die sich hier bestaunen lassen.

Bananenstauden (Musa paradisiaca) mit ihren langgestielten großen Blättern gehören dazu, ebenso der Riesenbambus (Dendrocalamus giganteus), dessen Halme bis zur Kuppel emporragen, das kubanische Elefantenohr (Coccoloba pubescens) mit seinen riesigen rundlichen Blättern und der Balsaholzbaum (Ochroma lagopus), der das unglaublich leichte Balsaholz liefert, das u.a. im (Modell-) Flugzeugbau verwendet wird. Sehr eindrucksvoll und wunderschön angeordnet sind auch die langen, am Rand oft mit Widerhaken bewehrten Blätter der Schraubenbäume (Gattung Pandanus). Zu nennen wäre etwa der in Indien beheimatete Gegabelte Schraubenbaum (Pandanus furcatus) (er heißt so wegen seines gegabelten Stamms) oder der madagassische Nützliche Schraubenbaum (Pandanus utilis), auch Schraubenpalme genannt. Diese Art wird in den Tropen vielfach angebaut. Zum einen gewinnt man aus den langen Blättern Fasern, die zur Herstellung von Körben, Matten und Säcken dienen, zum anderen sind die Früchte in gekochtem Zustand eßbar. Die Wurzeln werden in der Volksheilkunde verwendet, und mancherorts wird der Schraubenbaum wegen seiner schönen Gestalt und seiner wohlriechenden Blüten auch als Zierpflanze kultiviert.

Außer den bereits genannten Pflanzen gibt es noch viele andere zu entdecken: z.B. eine strauchige Pflanze namens Hoffmannia ghiesbreghtii mit sehr schönen, oberseits dunkelgrünen, unterseits dunkelbraunroten Blättern; sie zählt zur vielfältigen Familie der Rötegewächse (Rubiaceae). Das ist die gleiche Pflanzenfamilie, zu der auch unser Waldmeister und der Kaffeestrauch gehören.

Die Pflanzenvielfalt im Palmenhaus ist bei näherem Hinsehen äußerst bemerkenswert und interessant. Besondere Beachtung und Würdigung verdient auch die Architektur dieser großen Halle: Das Palmenhaus, Halle B, früher auch Großes Tropenhaus genannt, ist das größte der Schaugewächshäuser. Im mittleren Bereich ist diese Halle 16 m breit, die größte Höhe (Kuppel) beträgt 21 m. Noch besser kann man sich die Konstruktion vorstellen, wenn man eine Abbildung aus der Gründerzeit des Gartens betrachtet, als die Halle noch nicht bepflanzt war.

Erbaut wurde das Palmenhaus in den Jahren 1910 bis 1912; im zweiten Weltkrieg erlitt es schwere Schäden, die zwar wieder repariert wurden, 1974 zeigten sich jedoch so starke Korrosionsschäden, daß das Haus abgebrochen werden mußte. Im gleichen Jahr erfolgte der originalgetreue Wiederaufbau. Lediglich Heizungs-, Lüftungs- und Schattierungseinrichtungen wurden modernisiert.

Text: Ehrentraud Bayer

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