Ausstellung – Frauenschuh-Orchideenbilder und florale Modeimpressionen
Orchideen faszinierten Claus Caspari bereits bevor er beschloss,
sich ganz der Malerei zu widmen. Den Frauenschuh-Orchideen gehörte dabei sein
ganz besonderes Interesse. Eines seiner bekanntesten Gemälde ist die Darstellung
unseres heimischen Frauenschuhs, Cypripedium calceolus, auf einem
Wiesenstück mit Begleitpflanzen.
Meisterhafte Gemälde existieren auch von exotischen Frauenschuh-Orchideen, die
botanisch gesehen unterschiedlichen Gattungen (Paphiopedilum,
Phragmapedilum, Cypripedium) angehören. Die Vorlagen für seine
naturgetreuen Abbildungen holte sich Claus Caspari zum Teil aus dem Botanischen
Garten München-Nymphenburg, zu dem er – was eine besondere Auszeichnung
war – sogar einen eigenen Schlüssel besaß. So entstand eine Reihe von
außergewöhnlichen Pflanzenporträts, die sich – wie das gesamte Werk von
Claus Caspari – durch ihre Ästhetik und die beeindruckende Detail- und
Farbtreue auszeichnen.
Aus dem Nachlass von Claus Caspari hat sein Sohn,
Stefan Caspari,
eine Auswahl an Frauenschuh-Gemälden zusammengestellt, die vom 3. April bis
3. Mai 2009 im Botanischen Garten gezeigt werden. Die meisten Bilder sind
erstmalig öffentlich zu sehen.
Inspiriert von den Pflanzengemälden Claus Caspari's hat seine Enkelin
Paulina Caspari zum Zeichenstift gegriffen und Botanik mit Mode
verbunden. Unter dem Titel "Florale Modeimpressionen" sind
jeweils das Original von Claus Caspari und der dazugehörige Modeentwurf
ausgestellt.
Beim Thema Frauenschuhe ist eine derartige Verknüpfung naheliegend, schließlich
tragen die Pflanzen ihren Namen nicht umsonst. Ihre pantoffelartig aufgeblasene
Blütenunterlippe und die schmalen Blütenblätter könnte man sich beispielsweise
gut als Vorbild für Ballettschuhe vorstellen.
Die Ausstellung
wird im Grünen Saal (Haus 7 der Schaugewächshäuser)
gezeigt. Begleitend werden lebende Frauenschuh-Orchideen im Orchideenhaus und
in Haus 11 (erstes Haus rechts bzw. links nach dem Eingang ins Gewächshaus)
sowie im Grünen Saal ausgestellt.

Foto: Franz Höck, Botanischer Garten München-Nymphenburg
Wir laden Sie herzlich dazu ein, sich an diesen ästhetischen Gemälden und den
wunderschönen lebenden Frauenschuh-Orchideen zu erfreuen!
Unterstützt wurde die Ausstellung von der
Carl-Friedrich-von-Siemens-Stiftung.
Text: Ehrentraud Bayer, Botanischer Garten München-Nymphenburg
Claus Caspari (1911 – 1980)
Am 11. April 1911 wurde Claus Caspari in München geboren.
Sein Vater war der renommierte Münchner Jugendstilmaler Walther Caspari,
der leider sehr früh im Jahre 1913 verstarb.
Seine frühe Kindheit verbrachte Claus Caspari in Traunstein und teils
bei Verwandten in Bielefeld. Nach München zurückgekehrt, machte er
dort das Abitur, danach eine Lehre als Kunsthändler bei Hanfstaengel.
Die Kriegsteilnahme war nur von kurzer Dauer. Aus gesundheitlichen Gründen
wurde er dann in München eingesetzt.
1944 Heirat, 1948 Geburt einer Tochter, 1951 Geburt eines Sohnes.
Nach dem Krieg Dolmetscherexamen in Englisch, Französisch und Italienisch.
1949 Entschluss aus seinem bis dato nur als Hobby betriebenem Können einen
Beruf zu machen, nämlich naturwissenschaftlicher Illustrator zu werden.
In den ersten Jahren, also zu Beginn seiner Karriere, war das Geld knapp.
Doch nach und nach kamen immer mehr Aufträge von renommierten Verlagen,
so dass er und seine Familie gut davon leben konnten.
In dieser Ausstellung sind einige noch nie gezeigte und veröffentlichte
Bilder zu sehen, auch aus der Zeit vor dem Krieg, als der Künstler noch
seine "Fingerübungen" machte.
Viele Illustrationen entstanden nach Pflanzen aus dem Botanischen Garten
München-Nymphenburg, wo Claus Caspari sich sehr häufig
aufhielt.
Weitere Informationen finden Sie im Internet unter
www.stefancaspari.de.