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Botanischer Garten München-Nymphenburg | ||||||
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Woche der Botanischen Gärten7. Juni 2008 bis 15. Juni 2008 Pressemitteilung des Verbands der Botanischen
Gärten "Botanische Gärten sind die schönsten Schaufenster der Vielfalt von Pflanzen, die man sich denken kann. Sie sind auch UN-Botschafter der Biodiversität." Dies sagt Prof. Dr. W. Barthlott im Geleit zur diesjährigen fünften Woche der Botanischen Gärten. Die Botanischen Gärten in Deutschland kultivieren insgesamt schätzungsweise 50.000 Pflanzenarten aus aller Welt. Ihre umfangreichen Sammlungen einheimischer und exotischer Pflanzen enthalten Raritäten, die in der Natur kurz vor dem Aussterben stehen oder bereits ausgestorben sind. Unter dem Motto "Sag mir, wo die Blumen sind" finden vom Samstag, dem 7. Juni 2008, bis zum Sonntag, dem 15. Juni 2008, im Rahmen der Woche der Botanischen Gärten deutschlandweit in über 50 Botanischen Gärten eine Vielzahl von Veranstaltungen statt. In Zusammenarbeit mit dem Naturschutzbund Deutschland wurde dieses Motto gewählt, um auf den Artenschwund in unserer unmittelbaren Umgebung aufmerksam machen. Bitte erkundigen Sie sich bei "Ihrem" Botanischen Garten, dem in Ihrer Nähe! Es erwarten Sie dort unter anderem Führungen, spezielle Pflanzenschauen, Beratungen, Vorträge, Vernissagen, Konzerte und besondere Veranstaltungen für Kinder. "Ihr" Botanischer Garten steht Ihnen in dieser Woche mit seinen Fachleuten, wie Biologinnen und Biologen, Pädagoginnen und Pädagogen, Gärtnerinnen und Gärtnern, mit vielfältigen, interessanten Angeboten zu botanischen und gärtnerischen Themen in besonderem Maße zur Verfügung. Weitere Informationen zur Woche der Botanischen Gärten und Veranstaltungsprogramme finden Sie beim nächstgelegenen Botanischen Garten oder auf dessen Internetseite. Prof. Dr. Thomas Speck
Sag mir, wo die Blumen sind, (Englisches Original: Pete Seeger, deutscher Text: Max Colpet) Manch einer wird sich daran erinnern, dass es früher auch in München gar nicht so schwierig war, einen bunten Wildblumenstrauß zu pflücken. Da gab es brachliegende Grundstücke und wenig genutzte Wiesen oder auch Straßenböschungen und Bahndämme, auf denen man ein Vielerlei an Pflanzen und auch Tieren beobachten konnte. Vieles, vieles ist verschwunden, wurde bebaut oder parkartig bepflanzt. Richtig schöne, artenreiche, farbenfrohe Blumenwiesen sind selten geworden, nicht nur in München. Wer im Frühling oder Frühsommer Blumenwiesen sehen will und nicht allzu weit fahren möchte, der kann sich im Botanischen Garten an den ungemähten blühenden Flächen im Arboretum (Baumgarten, Westteil des Gartens) und in der Ökologischen Abteilung erfreuen. Dort gedeihen eine ganze Reihe von heimischen Wiesenkräutern. Ein Geheimtipp sind übrigens die Acker(un)krautflächen. Sie befinden sich gleichfalls in der Ökologischen Abteilung und zwar am Westrand. Hier kann man die Schönheit dieser früher als lästiges Unkraut empfundenen Arten studieren. Je nach Jahreszeit erscheinen andere Pflanzenarten. Wiederholte Besuche lohnen sich also. Mittel und Flächen Botanischer Gärten sind begrenzt. Es kann daher meist nur ein Ausschnitt aus der jeweiligen Flora eines Landes gezeigt werden. Weltweit ist es daher von größter Bedeutung, für Wildpflanzen und Tiere natürliche und landwirtschaftlich nicht oder wenig genutzte Flächen zu erhalten. Bei den Führungen anlässlich der Woche der Botanischen Gärten lernen Sie zahlreiche Pflanzen kennen und können sich an vielen Blumen erfreuen! Denken Sie dabei ein bisschen daran, dass viele Arten, Pflanzen wie Tiere, in ihrer natürlichen Heimat möglicherweise vom Aussterben bedroht sind. Auch bei uns gibt es viele inzwischen selten gewordene Arten. In diesem Zusammenhang möchten wir auf die begleitende
Aktion vom Naturschutzbund Deutschland hinweisen, bei der
fünf in ihrem Bestand immer mehr zurückgehende Arten unserer Flora
vorgestellt werden. "Bitte entscheiden Sie, welche der genannten Arten für
Sie am besten den allgemeinen Rückgang unserer Artenvielfalt
repräsentiert", und gehen Sie zur
Wer sich übrigens näher für die heimische Flora
und ihre Erforschung interessiert, findet Gesinnungsgenossinnen und
Gesinnungsgenossen bei der BBG:
Margerite (Leucanthemum vulgare), Wiesen-Labkraut (Galium molugo), Scharfer Hahnenfuß (Ranunculus acris), Wiesen-Klee (Trifolium pratense) und einige Gräser - die bunte Mischung macht die Schönheit einer Blumenwiese aus.
Pechnelke (Silene vulgaris syn. Lychnis vulgaris): Der deutsche Name dieser wärme- und trockenheitsliebenden Nelken-Art bezieht sich nicht etwa darauf, dass man vom Pech verfolgt werden könnte, wenn man auf sie trifft. Vielmehr beschreibt er die klebrigen Stengel und Kelche der Pflanze. Der Anblick ist eher ein Glück ... Im Botanischen Garten ist sie in der Ökologischen Abteilung zu sehen.
Nicht jedes Jahr zeigt sich dieser Strauch aus der Familie der Schmetterlingsblütler im Frühsommer solch eine Pracht. Es ist der Besenginster (Cytisus scoparius syn. Sarothamnus scoparia).
Die Blüten des Besenginsters sind bei Hummeln und Bienen äußerst beliebt.
Besenginsterblüten werden in der Volksheilkunde gegen Wasseransammlungen, Rheuma, Gicht, Gelbsucht, bei Nierensteinen und zur Blutreinigung eingesetzt. Es gibt jedoch kein gesichertes medizinisches Wissen über die Wirksamkeit und Verwendung.
Zu den schönsten Blumen des Frühsommers zählen die zahlreichen Iris-Sippen. Im Hintergrund das Gebäude der Botanischen Staatsanstalten.
Eher die Ausnahme sind heute landwirtschaftliche Flächen mit bunten Ackerkräutern. Auf der Ackerkräuterfläche im Botanischen Garten sind im Frühsommer u.a. zu sehen: die Esparsette (Onobrychis viciifolia), ein Schmetterlingsblütler mit rosa Blüten, der Wiesen-Salbei (Salvia pratensis) in leuchtendem Blauviolett aus der Familie der Lippenblütler und dazwischen, noch nicht aufgeblüht und daher noch grün, die Blütenstände der Wilden Möhre (Daucus carota), die zu den Doldenblütlern zählt.
Fotos: Franz Höck, Botanischer Garten München-Nymphenburg Text: Ehrentraud Bayer, Botanischer Garten München-Nymphenburg
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