Online-Zugang zu den Daten der Sammlung

Der wissenschaftliche Wert von Botanischen Gärten hängt ab von der Dokumentation der Herkunft ihrer kultivierten Pflanzen und der Zugänglichkeit der entsprechenden Daten für die internationale Forschung. Beides erfordert einen hohen Aufwand an Expertise, Zeit und Geld.

Die Bestandsdatenbank des Botanischen Gartens München-Nymphenburg umfasst 32.585 genetische Individuen aus 19.646 Arten und Unterarten mit Lokalisierungsangaben (Stand Januar 2018). Unser Garten ist auch Teil einer Gruppe von sieben deutschen Gärten mit großen Sammlungen an Bromelien und Kakteen, die seit 2018 ihre Daten zu diesen beiden Familien in einem Online-Portal gemeinsam zugänglich machen werden. Die lokalen Datenbanken werden dazu in einem Index kombiniert, der über die BioCASe-Provider-Software und ein tool des Berliner Gartens (B-HIT) mit dem internationalen ABCD data-Standard verbunden ist. Angestrebt ist, dass das Data-Portal einen ‘live view’ der sieben Sammlungen ermöglicht, obwohl jede der Sammlungen selber mit verschiedenen Datenbank-Programmen arbeitet und die Daten vor Ort vorhält (und behält).
Dieses laufende Projekt passt gut zur Forschung an der Botanischen Staatssammlung, die schon 2016 die BioCase-Wrapper-Software (V. 3.6; mit laufenden Updates) installierte und mehrere Millionen Datensätze mit Sammlungs- und Beobachtungsdaten über das GBIF-Portal abrufbar zur Verfügung stellt, die Mehrzahl georeferenziert (mehr als 3 Millionen kamen allein 2016 dazu, vor allem über das Projekt „Flora von Bayern“). Die SNSB stehen damit an vorderer Stelle der über 30 institutionellen Lieferanten von Sammlungs- und Beobachtungsdaten in Deutschland, weit vor allen anderen Naturwissenschaftlichen Sammlungen und Museen in Deutschland. Die Daten von GBIF International auch zu weiteren Portalen mit verschiedenen Funktionalitäten, u.a. zum BioCASE Europe-Portal, zum EDIT-Portal, zum GBIF-D Botanik-Portal und zum SysTax-Portal.

Unterstützt wird das Projekt von der Elfriede und Franz Jakob Stiftung für Forschung am Lehrstuhl für Systematische Botanik und Mykologie der Ludwigs-Maximilians-Universität München”

Text: Prof. Dr. Susanne S. Renner, Botanischer Garten München-Nymphenburg