August 2010: Unsere Pflanzen
Erythrina crista-galli

Erythrina crista-galli L.
Korallenstrauch, Cockspur Coral Tree, Ceibo
Familie: Fabaceae (= Papilionaceae, Schmetterlingsblütler)


Erythrina crista-galli, ein etwa 3 – 5 m hoher kleiner Baum oder Strauch, ist in Südamerika heimisch. Sein natürliches Verbreitungsgebiet liegt in Brasilien, Paraguay, Bolivien und Argentinien, wo er in Galeriewäldern entlang von Flussufern vorkommt. In warmen Ländern wird er vielfach angepflanzt und als Zierpflanze kultiviert.

Der Korallenstrauch ist die Nationalpflanze Argentiniens und ist dort unter dem Namen Ceibo bekannt. Der wissenschaftliche Name der Art bezieht sich auf die auffälligen roten Blüten und deren Ähnlichkeit mit Hahnenkämmen; die Bezeichnung setzt sich zusammen aus griechisch erythros (rot) und lateinisch crista-galli (Hahnenkamm).
Die duftlosen Blüten bieten reichlich Nektar und werden von Vögeln bestäubt, z.B. von Kolibris, die durch die rote Farbe angelockt werden.

Die Pflanze ist in allen Teilen giftig, sie enthält so genannte Erythrina-Alkaloide. Diese sollen ähnlich wie das Pfeilgift Curare wirken, das Muskellähmungen hervorruft.

Da der Korallenstrauch bei uns nicht winterhart ist, wird er in Kübeln gehalten und steht nur im Sommer im Freien. Drei große blühende Exemplare sind derzeit im Eingangsbereich des Botanischen Gartens München-Nymphenburg ausgestellt. Eine der Pflanzen befindet sich direkt am Weg zur Winterhalle, die beiden anderen stehen etwas zurückgesetzt vom Weg in der Wiese hinter den Palmen.



Blick auf ein Exemplar von Erythrina crista-galli


Die traubenförmigen Blütenstände sind selbst bei Regen eine Attraktion.


Die Blüte entspricht im Aufbau der für die Familie typischen Schmetterlingsblüte, ist jedoch um 180° gedreht. Die sonst nach oben gerichtete Fahne liegt unten; das normalerweise unten befindliche Schiffchen weist nach oben. Das Schiffchen enthält die röhrenförmig angeordneten Staubblätter und den Griffel, die aus dem vorderen Ende des Schiffchens hervorragen. Die beiden seitlichen Blütenblätter, die Flügel, sind sehr klein und unsichtbar, da sie im roten becherförmigen Kelch verborgen bleiben.


Die nektarreichen Blüten locken Bienen und andere Insekten an, die jedoch nicht als Bestäuber dienen können.

Es ist für Bienen nicht ganz einfach an den Nektar zu gelangen.


Die Blütenknospen erinnern in der Form an einen Vogelschnabel, etwa an den eines Flamingos.

Fotos und Text: Ehrentraud Bayer, Botanischer Garten München-Nymphenburg
Quelle: Brigitte Zimmer, http://www.fu-berlin.de/