Freiland

Ein breiter Weg führt vom Haupteingang zu den Gewächshäusern und zum Schmuckhof. Links vom Weg sind Rasenflächen, in denen im Frühjahr bunte Tulpenmischungen blühen. Im Sommer stehen dort Hartlaubpflanzen aus Regionen mit Mittelmeerklima. Zwischen den Rasenflächen führt ein Weg zur Winterhalle, in der im Sommer regelmäßig Sonderausstellungen zu bestimmten Themen angeboten werden.

Schmuckhof

Der Schmuckhof ist als formale Anlage abgesenkt und den Institutsgebäuden vorgelagert. Er öffnet sich über eine große Freitreppe nach Süden zum Café hin. Neben der Freitreppe wurde ein Weg für Rollstuhlfahrer eingerichtet.


Botanisches Institut im Frühjahr

Die beiden rechteckigen Beetsysteme werden durch das Seerosenbecken getrennt, das an seinen vier Ecken durch mächtige Gunnera-Stauden markiert wird. Trockenmauern, die mit Polsterpflanzen und Zwergsträuchern besetzt sind, fassen die Anlage ein. Im nordöstlichsten Abschnitt steht vor den Mauern eine bemerkenswerte Sammlung von Strauch-Paeonien.


Spätsommerliches Blütenmeer im Schmuckhof

Der Schmuckhof wechselt im Laufe der Jahreszeiten besonders stark sein Gesicht: Nach dem Frühjahrsflor wird neu bepflanzt, und auf die bunten Sommerblumen folgen im Spätsommer sowie im Frühherbst die prächtigen Dahlien und Astern mit ihrer üppigen Blüte.

Insektenpavillon (Schmetterling & Co)


Der Bot. Garten bietet nicht nur 107 Bienenarten ein Refugium. Informationen zu vielen weiteren Insekten finden Sie auf den Infotafeln. Der Pavillon ist ein Projekt der Bayern Arche.

Frühlingsgarten

Schon im Januar schmückt die Zaubernuss diesen terrassenartig ansteigenden Weg östlich zwischen Schmuckhof und Café. Knollen- und Zwiebelpflanzen zwischen weiteren frühblühenden Sträuchern wie stark duftenden Schneeballsorten machen diesen Bereich besonders im April zu einem gern besuchten Teil des Gartens. Seltene Wildtulpen, Iris und Narzissen stehen im April überall in Blüte. Über den angrenzenden Wiesen liegt im März der zartlila Schleier von Crocus tommasinianus.


Alpinenhaus

Parallel zum Frühlingsweg liegt ein kleines abgesenktes Schauhaus, das Alpinenhaus. Es besteht aus einem kleineren, frostfrei gehaltenem Abschnitt (Minimum-Temperatur 5°C) und einem größeren, völlig unbeheiztem Teil. Somit können sowohl frostempfindliche Pflanzenarten als auch Arten aus regenarmen Gebirgsregionen kultiviert werden. Auf den Tischbeeten ist die Dauerbepflanzung aus Zwerggehölzen und Kleinstauden so angelegt, dass zwischen ihnen Buchten frei bleiben. Hier werden von Februar bis Mai blühende Zwiebel- und Polsterpflanzen ausgestellt, die aus der umfangreichen Topfsammlung hinter den Kulissen stammen.

Alpinum

Westlich des Arboretums erhebt sich, mit Blick auf den großen Teich, das Alpinum. Alpenpflanzen aus der ganzen Welt, nach geographischen Gesichtspunkten geordnet, stehen dort besonders im Juni in voller Blüte. Die schmalen, gewundenen Wege führen nahe an bunt blühenden Schutthalden und von Polsterpflanzen bedeckten Felspartien vorbei. Im zentralen Teil werden auf Silikatfelsen Spezialisten dieses Bodentyps gezeigt.


Das Alpinum beherbergt eine große Artenvielfalt an Pflanzen.

Hortus Conclusus

Der preisgekrönte Rosengarten Hortus Conclusus des bekannten englischen Gartenarchitekten Christopher Bradley-Hole aus London befindet sich neben dem Ernst-von-Siemens-Haus (Gewächshaus mit alpinen Pflanzen).

Ökologische und Genetische Abteilung

Zwischen Restaurant und Schmuckhof ist die Ökologische und Genetische Abteilung angelegt, in der die unterschiedlichsten Pflanzen am lebenden Objekt demonstriert werden. Einen plastischen Eindruck von den Gesetzen der Vererbung gibt der genetische Teil mit zahlreichen Beispielen.


Große Terrakotta-Vase umgeben von Rosenstauden

Wasser- und Sumpfpflanzen sind in speziellen, abgesenkten Becken angesiedelt, die zwei kleine Glashäuser umgeben.


Kleines Gewächshaus mit fleischfressenden Pflanzen (Karnivoren)


Blühende Schlauchpflanzen (Sarracenia) und Venusfliegenfallen (Dionaea) im Juni

Flankiert wird dieser Bereich durch zwei Laubengänge, die einer großen Auswahl an Kletterpflanzen unterschiedlichster Verwandtschaft Platz geben.

Pfingstrosen und Irisbeete

Im südöstlichen Teil des Gartens folgt nach dem Alpinen Haus die Sammlung von Pfingstrosen und Iris, die nahezu gleichzeitig im Frühsommer blühen. Durch tiefes Rot und zahlreiche Pastelltöne geben sie einen Einblick in die züchterischen Möglichkeiten bei zwei Pflanzengruppen.

Arboretum

Einen weiten Raum nimmt westlich vom Schmuckhof das Arboretum ein, die Sammlung von Holzgewächsen aus aller Welt. Im Wesentlichen stehen hier die Baum- und Strauchgruppen locker in bunten Wiesen nach verwandtschaftlichen Gesichtspunkten angeordnet. Neben mächtigen Buchen, exotischen Tulpenbäumen und seltenen Magnolien mit riesigen Blüten ist die Vielfalt an unterschiedlichsten Nadelhölzern wichtig.


Arboretum im April

Bestimmte Abschnitte der großen Wiesenanlagen bleiben ungemäht und zeigen ungehindert ihre Blütenpracht. Hier finden im Sommer auch wechselnde Ausstellungen von Skulpturen statt unter dem Motto "Natur-Kultur im Botanischen Garten".


Bärlauch (Allium ursinum) im Mai

Bayerische Pflanzen-Gesellschaften

Im Südwesten wird der Garten durch eine Baumgruppe mit üppigem Unterwuchs begrenzt, die ein Stück des Münchner Lohwaldes darstellt: Eiche, Hainbuche und zahlreiche bunte Frühjahrsblüher wie Türkenbund, Anemonen und Leberblümchen gehören dazu. Von dieser ursprünglich für den Münchner Raum charakteristischen Vegetation sind heute nur noch verschwindende Reste erhalten.

Thematisch folgt die Pflanzendecke der Münchner Schotterebene, die Steppe, die mit ihren Trockenheit liebenden Vertretern im Sommer ein buntes Pflanzenmosaik bildet.

Rosengarten

Hinter dem Café liegt der Rosengarten, in dem alte Rosen mit ihrem unvergleichlichen Duft und moderne Züchtungen mit ihrer Farbenpracht und ihrem Blütenreichtum ein Bild von der Vielfalt dieser Pflanzengruppe geben.

Rhododendronhain und Farnschlucht

Folgt man vom Café kommend dem Weg, der zum Nymphenburger Schlosspark führt, so tritt man in den Rhododendronhain ein. Die über 200 Arten und Sorten zeigen ab Anfang Mai eine großartige Blütenpracht und bilden zu dieser Jahreszeit einen Hauptanziehungspunkt des Gartens.


Blühende Rhododendren im Mai

Die hohen Kiefern sorgen für lichten Schatten in diesem Bereich, in den die pastellfarbenen Astilben zusätzliche Abwechslung bringen. Die sorgsame Pflege des Bodens, von dem der Einfluss des kalkhaltigen Grundgesteins ferngehalten wird, sorgt für das Gedeihen der Rhododendren auch unter diesen ungünstigen Umständen.


Idyllische Farnschlucht im April

Der Rhododendronhain geht nach Westen in die von einem kleinen Bach durchzogene Farnschlucht über, schattig und zu jeder Jahreszeit kühl. Hier fasziniert ein Mosaik von Grüntönen und skurrilen Blattgestalten. Der Bach führt schließlich durch einen japanischen Frühlingsgarten zum Teich.


Frühlingsblüte am Bachlauf zum großen Teich

Großer Teich, Moor- und Heidegarten

Der große Teich endet im Westen in einer Verlandungszone, an die sich mehrere Moorbecken mit einer Fülle üppiger Wasser- und Sumpfpflanzen anschließen.


Frosch auf Froschbiss (Hydrocharis morsus-ranae)

Im Mai machen sich die Frösche lautstark bemerkbar. (Beim Seerosenbecken im Schmuckhof wurden für die Frösche sogar kleine Rampen am Beckenrand angebracht.)
Verschiedene Wasservogelarten können am großen Teich angetroffen werden, morgens auch auf den Besucherwegen und Wegrändern. Hin und wieder lässt sich eine Wasserschildkröte am Teichrand entdecken.


Ein Lebensraum für Libellen, Fische, Amphibien und Wasservögel.


Lotosblumen (Nelumbo) wachsen auch im Freien. Im Winter darf das Rhizom nicht einfrieren.

Auf den Moorbereich folgt die Heide mit ihrem charakteristischen Wechsel an bodenbedeckenden Heidearten und aufrechten Wacholderstämmen und Ginsterbüschen.

Geschützte Pflanzen

Neben den Nutzpflanzen stehen in einem kleinen Bereich die geschützten Pflanzen Deutschlands. Da diese Arten nicht auf einen Standort beschränkt sind, liegen hier Wasserflächen, Trockenrasen, alpine Schotterflächen und schattige Hecken dicht nebeneinander.

Schon im Januar öffnet ein frühblühender Seidelbast seine Blüten Frauenschuh und Türkenbund folgen im Mai im schattigeren Teil. Auf den felsigen Gneisbänken wächst die Hauswurz und bildet die Silberwurz ausgedehnte Matten. Rasch erwärmt sich im Sommer der kleine Teich und bedeckt sich mit Blüten und Blättern von See- und Teichrose. Über 200 Pflanzenarten sind in Deutschland geschützt. Nur durch ihre Kenntnis können wir sie wirksam schützen.

Nutz- und Arzneipflanzen

Weiter nach Süden sind Nutz- und Heilpflanzen in der formalen, in Gestalt eines alten Kräutergartens konstruierten, streng symmetrischen Anlage gepflanzt. Zahlreiche Sorten vieler Kulturpflanzen und auch viele exotischere Nutzpflanzen stehen hier auf engstem Raum nach ihrer Verwendung geordnet.

Alte, aber heute wieder interessante Getreidesorten haben hier einen eigenen Bereich. Im Juli füllen sich Beete mit üppig wuchernden Gurken- und Kürbisgewächsen, während der Spargel schon hoch geschossen ist. Die Düfte der unterschiedlichsten Gewürze wehen in den zentralen, von Hainbuchenhecken eingefriedeten und mit Bänken zum Sitzen einladenden Platz. Viele Nutzpflanzen haben erläuternde Tafeln erhalten, die über Herkunft, Kultur und Nutzen informieren und auch Einblick in die Züchtungsziele geben.

System

Die Südostecke des Botanischen Gartens bildet das System. Hier stehen etwa 1600 im Freien kultivierbare Pflanzenarten nach ihrer Verwandtschaft in eine konzentrische Anlage nach Familien und größeren Einheiten geordnet. Im Zentrum befinden sich die ursprünglichsten Blütenpflanzenfamilien, in den peripheren Bereichen die Gruppen, die am stärksten weiterentwickelt und spezialisiert sind. Ein kleiner Pavillon mit Jugendstilornamenten bildet das Herz der Anlage und öffnet den Blick auf vier Magnolienbäume.