Mangrove: Anpassungsphänomene
Ausgedehnte Mangrovenwälder entwickeln sich besonders im Mündungsbereich großer
tropischer Flüsse mit hoher Sedimentfracht. Für viele Tierarten stellen sie
unersetzbare Lebensräume dar. In Bezug auf ihre Flora sind diese Wälder aber
vergleichsweise artenarm und monoton. Nur wenige Arten haben sich an die schwierigen
Lebensbedingungen im Salzwasser und dem Einfluss der Gezeiten angepasst. Ihre
Wurzeln ankern im Schlick, wo oft lebensfeindliche, extrem sauerstoffarme Bedingungen
herrschen. Die Antwort der Mangrove darauf sind schnorchelartige, senkrecht aus dem
Schlamm strebende Wurzeln, oder auch Wurzelkniee, die in einem geknickten Bogen
über das Substrat ragen. In ihnen befindet sich Luftleitungsgewebe, das den
Gasaustausch zu den Wurzeln ermöglicht.
In unserem Becken werden die Mangrovepflanzen nicht in Salz- sondern in Süßwasser
gehalten, was sich nicht nachteilig auf ihr Wachstum auswirkt. In der Natur sind
sie allerdings nicht in Süßwassersümpfen zu finden, das hängt mit ihrer schwachen
Konkurrenzfähigkeit zusammen. Sie könnten sich dort nicht gegenüber den anderen
Sumpfpflanzen behaupten. Viele der hoch spezialisierten Pflanzen zeigen dieses
Phänomen: in ihren Biotopen haben sie keine Konkurrenz zu fürchten.
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Mangrove: Anpassungsphänomene (MP3, 598 KB)
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