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Botanischer Garten München-Nymphenburg | ||||||
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Abendöffnung der Schaugewächshäuser im Botanischen GartenDienstag, 23. August 2005, bis 22.00 Uhr mit folgenden Führungen:
Treffpunkt: jeweils vor dem Gewächshauseingang
Abends in den Schaugewächshäusern und im sommerlichen Schmuckhof flanieren, das gehört zu den schönsten Erlebnissen im Botanischen Garten. Doch damit nicht genug: Gleichzeitig kann man auch seine botanischen Kenntnisse auf verschiedenen Gebieten vertiefen, sei es in stillem Selbststudium der Etikettentexte, sei es durch Teilnahme an einer unserer interessanten Führungen, zu denen wir Sie herzlich einladen möchten. Um Nutzpflanzen geht es dabei in den ersten beiden Führungen (18.30 Uhr) bei unserer letzten Abendöffnung in diesem Jahr. Zum einen um Gewürze, die speziell im Mittelalter üblich waren, zum anderen um Nutzpflanzen aus Amerika, die schon von den dortigen Ureinwohnern, den Indianern, verwendet wurden. Kartoffel, Kürbis, Zucchini, Bohne, Mais und Erdnuß - Knollen und Früchte, die uns heute ganz selbstverständlich vorkommen: sie alle haben ihren Ursprung in Amerika und waren vor der Entdeckung Amerikas in Europa unbekannt. Auf eine Reise durch die ganze Welt geht es bei den beiden späteren Führungen (20.30 Uhr). Das ist im Botanischen Garten München-Nymphenburg innerhalb kürzester Zeit möglich. Nur wenige Minuten benötigt man, um z.B. von Amerika nach Afrika zu gelangen oder um sich wie in tropischen Gefilden zu fühlen. Wie das geht? Ganz einfach - kommen Sie und reisen Sie mit uns in die Tropen und durch die Kontinente. Eine besondere Ausrüstung benötigen Sie dafür nicht, einzig eine Taschenlampe wäre vielleicht von Nutzen.
Führung 18.30 Uhr: Ohne Indianer keine Pommes? Eine Vielzahl unserer heutigen in Europa angebauten oder gebräuchlichen Nutzpflanzen stammt aus Amerika. Dazu zählen unter anderem auch Gemüsepflanzen wie Zucchini und Bohnen.
Eine Varietät des Gewöhnlichen Kürbis, Cucurbita pepo, ist der Gemüsekürbis, besser bekannt unter dem italienischen Namen Zucchini (Mehrzahl; Einzahl: Zucchino), wissenschaftlich oft auch als Cucurbita pepo convar. giromontina geführt. Die Früchte dieses nicht rankenden Kürbisgewächses werden unreif geerntet; sie können leuchtend gelb, grünlich-gelb oder dunkelgrün gefärbt sein. Die Blüten (Abbildung) entsprechen den Kürbisblüten und sind wie diese eingeschlechtig, also entweder männlich mit Staubblättern oder weiblich mit Narben und unterständigem Fruchtknoten.
Cucurbita pepo wurde in Amerika bereits in präkolumbianischen Zeiten kultiviert und war weit verbreitet. Kultursippen wie Zucchini entstanden erst in Europa.
Bohnenernte durch den Reviergärtner. Garten- oder Gemüsebohnen wurden in Amerika von den Ureinwohnern, den Indianern, bereits in vorgeschichtlicher Zeit als Trockenfrüchte genutzt. Nach der Entdeckung Amerikas gelangten die Gartenbohnen (Phaseolus vulgaris) im 16. Jahrhundert nach Spanien und verbreiteten sich von dort aus über ganz Europa. Heute existieren zahlreiche Kultursorten. Man unterscheidet bei der in Kultur gebräuchlichen Unterart Phaseolus vulgaris ssp. vulgaris im allgemeinen nach der Wuchsform zwischen Stangenbohnen (var. vulgaris) und Buschbohnen (var. nanus)
Die Früchte der Bohnen werden botanisch korrekt als Hülsen bezeichnet. Abgebildet sind Pflanzen und Früchte einer Buschbohne (Phaseolus vulgaris ssp. vulgaris var. nanus)
Führung 20.30 Uhr: Botanische Reise durch fünf Kontinente
Der Botanische Garten München-Nymphenburg kultiviert und zeigt Pflanzen aus aller Welt. Es ist deshalb ein Leichtes, im Garten in weniger als einer Stunde - zumindest in botanischer Hinsicht - durch fünf verschiedene Kontinente zu reisen. Zur Einstimmung haben wir für Sie untenstehend eine kurze Pflanzenbilderreise zusammengestellt, die Sie von Europa nach Australien, Asien und Amerika sowie schließlich nach Afrika führen wird.
Europa: Südeuropa und zum Teil auch Nordafrika ist die Heimat der attraktiv blühenden Gemüse-Artischocke, Cynara cardunculus. Sie zählt zur Familie der Korbblütler (Asteraceae=Compositae)
Europa: Gemüse-Artischocke, Cynara cardunculus, in Blüte
Europa: Gemüse-Artischocke, Cynara cardunculus, in Blüte
Australien: An Nadelbäume erinnern die Arten der Gattung Casuarina (Familie Casuarinaceae), die alle auf der Südhalbkugel beheimatet sind; die meisten gedeihen bevorzugt in Trockengebieten. Botanisch gesehen haben sie jedoch nichts mit den Koniferen zu tun. Abgebildet ist die in Ostaustralien und auf Neuguinea vorkommende Cunninghams-Kasuarine, Casuarina cunninghamia.
Asien: Eine zierliche asiatische Schönheit ist dieses aus Thailand stammende Ingwergewächs (Familie Zingiberaceae). Globba winitii lautet der wissenschaftliche Artname, eine deutsche Bezeichnung existiert nicht.
Asien, Afrika: Zu den Kürbisgewächsen (Cucurbitaceae) zählt die im tropischen Asien und Afrika beheimatete Luffagurke, Luffa cylindrica (syn. L. aegyptiaca), ein tropisches Schlinggewächs. Die junge Frucht kann als Gemüse genutzt werden.
Asien, Afrika: Das Innere der reifen Luffagurke wird nach Entfernen der Haut und des Fruchtfleisches als natürlicher (vegetabilischer) Putz- und Badeschwamm genutzt. Der Reviergärtner (tropische Anzucht) zeigt das schwammige Innere im Vergleich zu den grünen Früchten.
Amerika: Pfeilkraut lautet, bezugnehmend auf die charakteristische Blattform der oberirdischen Blätter, der deutsche Name dieser sumpf- und wasserbewohnenden Gattung. Auch die wissenschaftliche Gattungsbezeichnung Sagittaria von lat. sagitta = Pfeil bzw. sagittarius = Pfeil- oder Bogenschütze rührt daher. Sagittaria gehört zur Familie der Froschlöffelgewächse (Alismataceae).
Abgebildet ist das Blatt von Sagittaria montevidensis, die von Ecuador bis Bolivien beheimatet ist.
Amerika: Blüten von Sagittaria montevidensis
Amerika: Charakteristische und allgemein bekannte Pflanzen amerikanischer Trockengebiete
sind die Kakteen (Familie Cactaceae), die zahlreiche Arten und Formen umfassen.
Abgebildet ist die aus Mexiko stammende Art Astrophytum myriostigma, die im Englischen auch als Bishops hat cactus (Bischofsmützenkaktus) bezeichnet wird.
Amerika: Blüte von Astrophytum myriostigma
Afrika: Zur Familie der Hundsgiftgewächse (Apocynaceae) zählt diese
weiß, rosa oder rot blühende Art mit fleischig verdicktem Stamm. Ihre Heimat liegt in Südafrika.
Führung 20.30 Uhr: Die Tropen - bedrohte Lebensräume
Weltweit ist das Gleichgewicht der Natur, sind die natürlichen Ökosysteme bedroht. Das gilt insbesondere auch für tropische Lebensräume, die eine bislang noch nicht einmal vollständig erforschte Vielfalt an Lebewesen beherbergen.
In den Tropen findet sich in den Gezeitenzonen der Küsten eine charakteristische salztolerante und waldartige Vegetation - die Mangrove. Sie besteht aus immergrünen, nur in Mangroven vorkommenden Laubbäumen. Typisch für diese Bäume ist die Ausbildung von Stelzwurzeln, für manche Arten auch die Viviparie (vivipar=lebendgebärend). Letzteres bedeutet, daß die Samen noch auf der Mutterpflanze auskeimen und erst als relativ große Jungpflanzen abgeworfen werden.
Abgebildet ist die Blüte von Bruguiera sexangula, einer lebendgebärenden Art aus der Familie der Rhizophoraceae.
Mangroven-Gehölze im Wasserpflanzenhaus. Die Reviergärtnerin unter der blühenden Bruguiera sexangula. Der Baum wird in Natur bis zu 20 m hoch.
Pfeifenblume ist der deutsche Name der Gattung Aristolochia, die mit über 500 Arten in verschiedenen Klimazonen beheimatet ist.
Beeindruckend sind die riesigen Blüten tropischer Aristolochia-Arten, wie z.B. von Aristolochia gigantea aus Brasilien.
Tropische Seerosen der Gattung Nymphaea (Familie Nymphaeaceae).
Fotos: Franz Höck, Botanischer Garten München-Nymphenburg
Text: Ehrentraud Bayer
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